17.08.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Kipketer beendet Karriere
Wilson Kipketer hat seinen Rücktritt bekannt gegeben. Der Weltrekordler über 800 Meter teilte seinen Entschluss bereits dem Leichtathletik-Weltverband mit.
Der 800-Meter-Weltrekordler Wilson Kipketer aus Dänemark hat seine Karriere beendet. Das teilte der in Kenia geborene Mittelstreckenläufer dem Leichtathletik-Weltverband IAAF am Dienstag in Monte Carlo mit.
800 Meter beherrschtKipketer sagte, er habe nach Silber bei Olympia 2000 in Sydney nur noch auf das Ziel Olympiasieg vier Jahre später hingearbeitet. In Athen gewann er jedoch nur Bronze. «Ich habe meine Entscheidung dann privat nach Athen getroffen. Aber erst jetzt fühle ich mich im Stande, sie in Worte zu fassen», sagte Kipketer.
Kipketer hatte in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre die 800 Meter souverän beherrscht. Sieben Jahre nach seiner Übersiedlung von Kenia in den europäischen Norden holte er sich 1997 in Köln in
1:41,11 Minuten den Weltrekord, der ungebrochen ist. Drei Mal hintereinander wurde der Neu-Däne 1995, 1997 und 1999 Weltmeister. Vor dem letzten Titel erkrankte Kipketer an Malaria. Dass er es danach wieder an die Weltspitze schaffte, ist für den mit einer Dänin verheirateten Mann aus Afrika die herausragende Leistung in seiner aktiven Laufbahn. «Seitdem sehe ich mein Leben aus ganz anderer Sicht», sagte Kipketer.
Olympia-Gold fehltEinziger Wermutstropfen ist die fehlende Goldmedaille bei Olympia. In Sydney hatte Nils Schumann den haushohen Favoriten sensationell beim Schlussspurt noch überholen können: «Nach Sydney war die Goldmedaille die einzige Motivation für mich zum Weiterzumachen.» Das erneute Scheitern in Athen vor genau einem Jahr, als Kipketer Bronze holte, bedeutete dann das endgültige Aus: «Man muss realistischerweise sehen, dass ich diesen Traum nie verwirklichen kann. Einige Dinge muss man halt akzeptieren.»
Ein wenig Wehmut wird den Zuschauer Kipketer am Freitag beim Golden-League-Meeting in Zürich beschleichen. Er werde zwar den Profi-Zirkus nicht vermissen, sagte er: «Aber das Gefühl beim 800- Meter-Lauf werde ich vermissen, wenn ich führe und das Feld kontrolliere.» (nz)