netzeitung.deBuschschulte mit Silber sehr zufrieden

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Antje Buschschulte (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Antje Buschschulte
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Antje Buschschulte hat über 100 Meter Rücken ihren WM-Titel in Montréal nicht verteidigt. Über Silber war die Magdeburgerin dennoch «total glücklich».

Silber statt Gold machte Antje Buschschulte «total glücklich». Die 26 Jahre alte Magdeburgerin hat sich bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Montréal selbst überrascht. Siegerin Kirsty Coventry aus Simbabwe konnte von der Titelverteidigerin über 100 m Rücken auf dem Weg zu Gold nicht gestoppt werden, aber der amerikanischen Olympiasiegerin und Weltrekordlerin Natalie Coughlin machte sie die Tür zu.

«Ich habe nur noch gebissen», sagte Antje Buschschulte, die doch nur mit Bronze kalkuliert hatte, später. «Ich habe gekämpft.» Mit der zweiten Silbermedaille für die deutschen Schwimmer verhalf sie Cheftrainer Ralf Beckmann zu einer bemerkenswerten Zwischenbilanz: «Bei Olympia in Athen hatten wir nach drei Tagen noch gar nichts.»

Weltrekordlerin Janine Pietsch aus Ingolstadt startete am Mittwoch über 50 m Rücken als Vorlauf-Dritte in 28,95 Sekunden in die Operation Gold. «Das war nicht so dolle», stellte sie danach fest, «ich tue mich sehr schwer und habe platte Beine.» Die «sehr müde» Antje Buschschulte zog als Vierte in 28,99 Sekunden ebenfalls locker in das Halbfinale ein. Vorlauf-Schnellste war in 28,70 Sekunden die Chinesin Chang Gao. Annika Mehlhorn (Baunatal) kam über 200 m Schmetterling als Vorlauf-Neunte locker weiter. Jens Schreiber (Hannover) und Leif-Marten Krüger (Magdeburg) schieden über 100 m Freistil im Vorlauf als 23. und 27. aus.

Studium genießt Priorität
Mit «50 Prozent weniger Training» war Antje Buschschulte in die WM gegangen. Für die Studentin der Neurobiologie hatte seit Olympia 2004 das Studium Vorrang. Das Training mit Heimcoach Bernd Henneberg wurde vollkommen darauf abgestellt. «Wir sind ein gutes Team, der Trainer und ich.» Ihre Zeit von 1:00,84 fand sie zwar nicht so, «wie ich mir das erträumt habe».

Aber es reichte für Platz zwei. Kirsty Coventry siegte in 1:00,24 Minuten. Antje Buschschulte: «Man kann nicht gleich erwarten, dass ich wieder gewinne, ich finde Silber auch toll.» Für Beckmann ist die Mageburgerin eine Musterathletin: «Sehr diszipliniert, sehr professionell und sehr eigenverantwortlich.»

Als Strahlemann kletterte auch der 20 Jahre alte Helge Meeuw aus dem Wasser, nachdem er sich über 200 m Schmetterling als Halbfinal-Fünfter für sein «erstes großes Finale» qualifiziert hatte. «Das Rennen war unheimlich hart», stellte der Wiesbadener fest, «ich musste auf der letzten Bahn kämpfen, das hat ganz schön weh getan.» Der 15 Jahre ältere «Oldie» Mark Warnecke schaffte über 50 m Brust zwar ebenfalls den Einzug in das Finale, war nach schwachen 27,96 Sekunden aber ratlos: «Ich weiß nicht, woran es liegt.»

Phelps holt Gold
In die Siegspur zurück gefunden hat US-Star Michael Phelps. Der sechsfache Olympiasieger von Athen holte sich nach seinem Vorlauf-K.o. über 400 m in 1:45,20 Minuten Gold über 200 m Freistil. «Dieses Rennen wird mir helfen, das alles zu überstehen», sagte Phelps, der noch fünf Finals auf dem Zettel hatte. Sein australischer Rivale Grant Hackett, Sieger über die doppelte Distanz, musste sich mit Silber begnügen. Der Amerikaner Aaron Peirsol verteidigte seinen Titel über 100 m Rücken erfolgreich.

Kate Ziegler aus den USA trat in 16:00,41 Minuten die Nachfolge von Hannah Stockbauer (Erlangen) als Weltmeisterin über 1500 m Freistil an. Hannah Stockbauer, 2003 in Barcelona dreifache Titelträgerin, hat sich nach ihrem schlechten Abschneiden bei Olympia in Athen eine Pause verordnet. Die 31 Jahre alte Potsdamerin Jana Henke wurde Fünfte. Neue Weltmeisterin über 100 m Brust wurde Leisel Jones (Australien), die in 1:06,25 vor der neuen Weltrekordlerin Jessica Hardy aus den USA (1:06,62) siegte.

Wasserballerinnen spielen um Rang sieben
Unterdessen haben die deutschen Wasserballerinnen ihr erstes Spiel um die Plätze fünf bis acht gegen den Olympia-Zweiten Griechenland mit 4:9 (1:2, 1:2, 0:3, 2:2) verloren. In der Partie um den siebten Platz trifft die Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) an diesem Freitag (15.30 Uhr/MESZ) auf Olympiasieger Italien, der Australien mit 9:10 (3:2, 3:4, 2:3, 1:1) unterlag. (nz)