26.07.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Hans-Ludwig Grüschow (l.) und Justiziar Günter Paul.
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In der Schmiergeldaffäre um Wilfried Mohren rückt nun die Sporthilfe in den Focus des Ermittler. Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft haben der Geschäftsstelle einen Besuch abgestattet.
Im Zusammenhang mit der Schmiergeld-Affäre um den ehemaligen MDR-Sportchef Wilfried Mohren sind am Dienstag die Büroräume der Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH) in Frankfurt/Main von Mitarbeitern der Staatsanwaltschaft Dresden untersucht worden. Nach Angaben von Sporthilfe-Chef Hans-Ludwig Grüschow hätten die Beamten zahlreiche Akten, aber keine Computer mitgenommen. Er selbst sei von der Staatsanwaltschaft noch nicht vernommen worden.
«Die Deutsche Sporthilfe hat den Ermittlern sämtliche Unterlagen im Fall Mohren zur Verfügung gestellt und die volle Unterstützung zur Aufklärung des Sachverhaltes zugesagt», hieß es in einer Erklärung der Sporthilfe.
Grüschow hatte eingeräumt, dass der in Untersuchungshaft sitzende Mohren für seine Dienste als «Medienbotschafter» von der Sporthilfe seit 2003 insgesamt 45.000 Euro erhalten habe. Am vergangenen Wochenende hatte sich Grüschow in einem Brief an die Spitzensportverbände dafür entschuldigt, dass der «Eindruck entstehen konnte, die Sporthilfe habe auf die Unabhängigkeit von Redaktionen Einfluss nehmen wollen».
Von 1997 bis in dieses Jahr hinein war Mohren zudem Honorar- Empfänger der Techem AG, dessen Vorstand (bis 1999) und Aufsichtsrat (bis 2003) Grüschow anführte. Aus diesem Kontakt soll Mohren etwa 100 000 Euro erhalten haben.
In der Affäre um Mohren ermittlen seit Wochenbeginn auch Frankfurter Wirtschaftsprüfer in der Leipziger MDR-Zentrale. Im Auftrag der Dreiländeranstalt sollen die externen Fachleute Hintergründe zum Fall Mohren erhellen, teilte der MDR am Dienstag mit. Der MDR kündigte einen unabhängigen Bericht an. Mohren sitzt unter Korruptionsverdacht in Untersuchungshaft und wurde vom MDR fristlos entlassen. (nz)