23.07.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Hans-Ludwig Grüschow
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Hans-Ludwig Grüschow kämpft gegen den Eindruck, die Deutsche Sporthilfe habe sich bei MDR-Sportchef Wilfried Mohren Öffentlichkeit erkauft. Ihm sei es lediglich um guten Kontakt zu den Medien gegangen.
In einem Schreiben an die deutschen Spitzenverbände hat der Vorsitzende der Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH), Hans-Ludwig Grüschow, sein Verhalten im Zusammenhang mit dem Fall Wilfried Mohren zu rechtfertigen versucht. Er «bedauere», dass der «Eindruck entstehen konnte, die Sporthilfe habe auf die Unabhängigkeit von Redaktionen Einfluss nehmen wollen», heißt es in dem am Samstag in Frankfurt/Main veröffentlichten Schreiben.
Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» hatte am Samstag ihren Bericht über die Aktivitäten von Grüschow mit der Aussage überschrieben: «Erkaufte Öffentlichkeit. Sporthilfe in der Krise.»
45.000 Euro an Mohren gezahltHintergrund des Schreibens von Grüschow bildet die Tatsache, dass die Stiftung seit 2003 insgesamt 45.000 Euro an Mohren gezahlt hat. Dieses Honorar und andere Zahlungen stehen im Zusammenhang mit der fristlosen Kündigung des Sportchefs des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), die dessen Intendant Udo Reiter am Donnerstag ausgesprochen hatte. Mohren steht unter dem Verdacht der Annahme von Schmiergeldern.
Grüschow schreibt, er habe sich «um gute Kontakte zu den Medien bemüht und auch professionellen Rat gesucht». Die «Kooperation» mit Mohren sei aus den Bemühungen entstanden, die «allein dem Nutzen und den uneigennützigen Zielen der Sporthilfe und der von ihr geförderten Athleten galten». Der Sporthilfe-Vorsitzende erklärte es als «unstrittig», dem MDR-Intendanten die Tätigkeit von Mohren angezeigt zu haben.
Dabei sei auch klar gewesen, dass es sich nicht um ein ehrenamtliches Engagement gehandelt habe. Vom MDR wird der Brief Grüschows bestätigt. Allerdings bestreitet der Sender entschieden, dass aus dem Schreiben eine bezahlte Tätigkeit herauszulesen sei.
Korrekte Arbeit geleistetVon 1997 bis in dieses Jahr hinein war Mohren zudem Honorarempfänger der Techem AG, dessen Vorstand (bis 1999) und Aufsichtsrat (bis 2003) Grüschow anführte. Aus diesem Kontakt hat Mohren nach übereinstimmenden Presseberichten etwa 100.000 Euro erhalten. In dem Grüschow-Schreiben an die Spitzenverbände heißt es: «Die von Herren Mohren geleistete Arbeit für die Sporthilfe ist korrekt und transparent honoriert worden. Ein Zusammenhang mit Aktivitäten von Herren Mohren für die Techem AG bestand nicht.»
Grüschow erklärte, er werde aus der Situation «selbstverständlich Konsequenzen ziehen und zusammen mit meinen Vorstandskollegen festlegen, in welcher Form und unter welchen Bedingungen die Stiftung Deutsche Sporthilfe künftig Vertreter der Medien in ihre Arbeit einbinden wird». (nz)