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Unger setzt das Glanzlicht

02. Jul 2005 16:40, ergänzt 18:29
Tobias Unger
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Sprinter Tobias Unger war der überragende Athlet am ersten Tag der Deutschen Meisterschaften der Leichtathleten in Wattenscheid. Viele andere DLV-Aktive laufen ihrer Form noch hinterher.

Die deutschen Leichtathletik-Asse präsentierten sich bei den nationalen Titelkämpfen am Samstag in Bochum- Wattenscheid mit wenigen Ausnahmen noch nicht in WM-Form. Für den Glanzpunkt sorgte Tobias Unger (Kornwestheim/Ludwigsburg): Der Hallen-Europameister lief über 100 Meter in 10,16 Sekunden an die achte Stelle der ewigen deutschen Bestenliste. Den zehnten Titel im Stabhochsprung gewann Tim Lobinger (Köln). Einen deutschen Rekord über 5000 Meter Bahngehen stellte Sabine Zimmer auf.

Der Olympia-Siebte über 200 Meter Unger ist nun auch im Kurzsprint eine Macht. «Ich freue mich wahnsinnig über die Zeit. Das ist ein großer Sprung», sagte der 25-Jährige, der nun über einen Doppelstart in Helsinki nachdenkt.

Lobinger ganz souverän

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  • Keinen Zweifel an seiner Ausnahmestellung ließ Lobinger aufkommen, der mit 5,75 m siegte und zusammen mit Lars Börgeling (Leverkusen) das Helsinki-Ticket in der Tasche hat. Titelverteidiger Danny Ecker (Leverkusen) kann sich ebenfalls noch Hoffnung auf einen WM-Start machen: Der Zweitplatzierte überquerte allerdings erstmals die Norm von 5,75 Meter.

    Möllenbeck mit mäßiger Weite

    Die Freude über seinen dritten Meistertitel hielt sich bei Michael Möllenbeck vom gastgebenden TV Wattenscheid in Grenzen. In Abwesenheit des verletzten fünfmaligen Diskus-Weltmeisters Lars Riedel gewann er mit mäßigen 64,12 Metern und konnte damit nicht zum zweiten Mal die WM-Norm erfüllen.

    Auch Weitspringer Nils Winter (Leverkusen) muss noch um den Helsinki-Trip bangen: Er gewann zwar mit 8,03 m, übertraf aber die geforderten 8,20 Meter ebenfalls nur ein Mal.

    Heidler wieder vorn

    Das Duell der besten Hammerwerferinnen entschied Betty Heidler für sich. Die Olympia-Vierte aus Frankfurt/Main gewann erstmals den Titel mit 70,34 Metern knapp vor Susanne Keil (Leverkusen/69,86). «Vor dem letzten Durchgang war ich schon am Zittern, aber dann hat es doch gereicht», sagte Betty Heidler, die aber gerne weiter geworfen hätte.

    Im Hochsprung gewann die einstige Zwei-Meter-Springerin Daniela Rath (Leverkusen) mit 1,84 m zwar den Titel, blieb aber elf Zentimeter unter der WM-Norm.

    Mockenhaupt Klasse für sich

    Im Langstreckenbereich rannte Sabrina Mockenhaupt (Sieg) in einer eigenen Klasse. Über 5000 Meter lief sie von der Startlinie an allen davon und in 15:09,39 Minuten zum sicheren Sieg. «Ich bin auf einem guten Weg zur WM», sagte sie. Um ein Haar hätte die Läuferin nicht antreten dürfen: Kampfrichter wollten sie wegen der angeblich nicht erlaubten Aufschrift «Mocki» auf der Hose zunächst nicht starten lassen.

    Rekord im Bahngehen

    Um mehr als sieben Sekunden hat Sabine Zimmer vom SC Potsdam den deutschen Rekord im 5000-Meter-Bahngehen verbessert. Mit 20:11,45 Minuten blieb sie unter der im vergangenen Jahr aufgestellten Bestmarke von Melanie Seeger (20:18,87). «Ich hoffe, der Rekord hat Sogwirkung für andere», sagte DLV-Präsident Clemens Prokop.

    Mehrere Verletzte

    Einen Dämpfer erhielt seine Hoffnung durch die zahlreichen prominenten Ausfälle vor den Titelkämpfen. Besonderes Pech hatte die Sprinterin Esther Möller (Troisdorf), die sich Minuten vor dem 100- Meter-Lauf schwer verletzte und mit Verdacht auf Achillessehnenriss um die WM-Teilnahme bangen muss. Vorher hatten bereits Sprint-Titelverteidigerin Sina Schielke (Wattenscheid), Kugelstoß-Aufsteigerin Petra Lammert (Stuttgart) und Vizeeuropameisterin Grit Breuer (Potsdam/400 m) ihre Starts abgesagt. (nz)

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