Mallow rechnet mit guten WM-Leistungen
«Die, die den hohen Anspruch der zweimaligen Normerfüllung eingelöst haben, werden auch bei der WM ein hohes Leistungsvermögen haben», glaubt Mallow, der aber bei der Nominierung für Helsinki den Härtefällen Hoffnung macht. Dazu zählt der Weitspringer Nils Winter (Leverkusen), der die hohe WM-Norm von 8,20 m erst ein Mal erfüllte. «Es geht nicht darum, eine harte Linie zu verteidigen, sondern gute Ergebnisse bei der WM zu ermöglichen», so Mallow.
Bei den nationalen Titelkämpfen mit 1491 Teilnehmern erhofft er sich auch jenseits der WM-Ausscheidung guten Sport. «Ich erwarte herausragende Leistungen und vielleicht sogar einen deutschen Rekord», sagte Mallow. Kandidaten dafür sind die Speerwerferin Steffi Nerius und Tobias Unger über 200 m. «Ich weiß, dass ich 67 Meter werfen kann und will das jetzt auch endlich zeigen», sagte die 32 Jahre alte Olympia-Zweite aus Leverkusen, die bei ihren acht bisherigen Starts acht Siege einfuhr. Zu übertreffen sind 66,91 Meter, die Tanja Damaske 1999 erreichte. Hallen-Europameister Tobias Unger (Kornwestheim) will die Rekordmarke von Frank Emmelmann, der vor 20 Jahren 20,23 Sekunden lief, knacken.
Bei den Meisterschaften wird eine Reihe von Assen nicht am Start sein. Neu auf der Liste der Athleten, die wegen Verletzung in der WM- Saison passen müssen, ist 400-m-Vorzeigeläuferin Grit Breuer wegen eines Bandscheibenvorfalls. Zuvor hatten bereits 400-m-Kollege Ingo Schultz (Leverkusen), Olympiasieger Nils Schumann (Frankfurt) und seine 800-m-Mitstreiterin Claudia Gesell (Leverkusen), der frühere Hochsprung-Weltmeister Martin Buß (Wuppertal) und Geher-Ass Andreas Erm (Potsdam) für Helsinki absagen müssen.
«Das sind keine Ausfälle, sondern Athleten, bei denen der Start sowieso fraglich war», sagte Mallow. Dafür könne man wieder mit Routiniers wie dem fünfmaligen Diskus-Weltmeister Lars Riedel (Chemnitz), der Weltjahresbesten Franka Dietzsch (Neubrandenburg/Diskus) oder dem Ex-Weltmeister Charles Friedek (Leverkusen/Dreisprung) rechnen.
«Außerdem werden wir uns an neue Namen gewöhnen müssen», verspricht Mallow. Dazu zählt er die junge Kugelstoßerin Petra Lammert (Stuttgart) oder Robert Harting (Berlin), der Riedel und seinem Rivalen Michael Möllenbeck (Wattenscheid) auf die Pelle rückt. Die neuen Namen seien auch ein Beleg dafür, dass sich nach der Strukturreform im DLV langsam etwas bewege. «Da ist etwas Positives zu erkennen», stellt Mallow fest, warnt aber vor übertriebenen Erwartungen bei der WM: «Wir müssen noch einen langen Atem haben. In Helsinki werden wir gute Leistungen sehen, Ziel sind aber die Olympischen Spiele 2008.» (dpa)

