1. FFC Frankfurt will unbedingt Revanche
27.05.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Potsdam-Trainer Bernd Schröder
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH
Diesmal will der 1. FFC Frankfurt den DFB-Pokal unbedingt gewinnen. Zumal nach der Finalniederlage gegen Turbine Potsdam im vergangenen Jahr. Doch die Potsdamerinnen spielen in «Berliner Luft».
Wenn das DFB-Pokalfinale der Fußball-Frauen ansteht, geht es noch immer hauptsächlich um eines: Die Sportart populärer zu machen und bestmöglich zu verkaufen. «Zwei Spitzenmannschaften stehen sich am Samstag gegenüber», preist Bernd Schröder, Trainer des 1. FFC Turbine Potsam das Spiel im Berliner Olympiastadion (17.30 Uhr/live ARD) an, «wir werden zeigen, dass Frauenfußball optisch immer mehr zu bieten hat.» Der Uefa-Pokalsieger trifft am Samstag auf den deutschen Meister 1. FFC Frankfurt - eine Neuauflage des letztjährigen Endspiels.
Große ChanceAuch der Manager der Hessinnen, Siegfried Dietrich, sieht eine große Chance für den Frauenfußball. «Die Fernsehsendezeit von 17.30 Uhr ist absolut positiv. Je nach Wetter hoffen wir darauf, dass drei bis fünf Millionen Zuschauer einschalten.» Dietrich sieht seinen Vereinen als Vorreiter. Die Commerzbank konnte als Trikotsponsor gewonnen werden. «Ein global Player», wie der Manager sagt.
Was das Preisgeld betrifft, ist Frauenfußball aber noch lange nicht im Bereich der «global Player» angekommen. Etwas zwischen 65.000 bis 70.000 Euro vergibt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) laut Dietrich an die Endspielgegner.
Potsdam-Trainer Schröder kann da nur grinsen: «Unser Jahresetat beträgt 500.000 Euro, das sind also gerade einmal zwölf Prozent.» Versteuert werden müsse das Geld auch noch.
500 Euro pro SpielerinAuch die Prämien für die Spielerinnen sind nicht der Rede wert: «Die Vokabel 'aushandeln' kennen wir nicht. Es gibt keinen Pferdemarkt wie im Männerfußball», sagt Potsdam-Trainer Schröder. Nach dem Finale werde man sich zusammensetzen und reden. Im vergangenen Jahr gab es pro Spielerin 500 Euro bei den Brandenburgerinnen.
Finanziell ist er also kein Gewinn. Und doch, der DFB-Pokal ist eine Frage der Ehre. «Wir wollen Revanche», sagt Pia Wunderlich vom 1. FFC Frankfurt. Sie kann sich noch allzu gut an das beschämende 0:3 des Vorjahres gewinnen.
Saisonziel bereits erreichtWährend Frankfurt seine Kraft aus dem Wunsch nach Wiedergutmachung schöpft, glauben die Potsdamerinnen, ohne Druck aufspielen zu können. Mit dem Gewinn des Uefa-Pokals am vergangenen Samstag gegen Djurgarden/Älvsjö war bereits das Saisonziel erreicht. «Aber er wäre höher zu bewerten, wenn wir auch noch den Pokal holen», sagt Ariane Hingst.
«Außerdem ist es für uns ein Heimspiel», merkt ihr Trainer an. «Wir spielen in Berliner Luft. Und ein bisschen Potsdamer Luft weht bestimmt noch über die Glienicker Brücke ins Olympiastadion hinüber.»