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Lupe Dahlmann kann van Almsick nicht ersetzen

Topzeiten bleiben bei der DM der Schwimmer die Ausnahme. Nur zehn DSV-Athleten haben bislang die WM-Normen unterboten.

Petra Dallmann hat die Nachfolge von Franziska van Almsick über 200-Meter-Freistil-Strecke angetreten. Von deren Weltrekord (1:56,64) trennten die Heidelbergerin bei den deutschen Schwimmmeisterschaften am Dienstag in 2:00,95 Minuten aber Welten. Der 20 Jahre alte Wiesbadener Helge Meeuw musste nach drei Titeln über 200 m Rücken die erste Niederlage hinnehmen und als Dritter dem Leipziger Sebastian Halgasch den Sieg überlassen. Christian Hein (Mainz) gewann nach den 1500 m auch die 400 m Freistil.

Von 46 möglichen Tickets für die Weltmeisterschaft im Juli in Montréal konnten die DSV-Schwimmer an vier von sechs Wettkampftagen nur zehn lösen. «Es sind nicht weniger, als wir errechnet haben», stellte DSV-Cheftrainer Ralf Beckmann dennoch fest. «Perspektivisch haben wir gut gefüllte Regale, aber uns fehlen einige herausragende Kräfte. Insgesamt ist die Hoffnung aufgegangen, dass die Jungen nach vorn drängen.»

Dahlmann: Zeit ist verbesserungswürdig
Petra Dallmann holte sich mit einem Kraftakt auf den letzten Metern den Titel. Für die WM-Norm reichte es dennoch nicht. «Ich kann es noch gar nicht fassen, ich bin total zufrieden», sagte die angehende Medizinerin und «ewige Dritte»: «Endlich bin ich einmal nicht Dritte geworden. Aber die Zeit ist noch verbesserungswürdig.» Cheftrainer Ralf Beckmann: «Der Weltrekord wird noch lange halten, aber das ist nicht nur ein deutsches Problem.» Zweite wurde die Würzburgerin Annika Liebs, die am Montag über 200 Meter Rücken überraschend die Olympia-Dritte Antje Buschschulte (Magdeburg) bezwungen hatte und zum WM-Ticket geschwommen war.
Meeuw geht die Kraft aus
Viel-Starter Meeuw musste den Kraftanstrengungen Tribut zollen. Über 200 Meter Rücken blieb ihm hinter dem siegreichen Titelverteidiger Halgasch und dem Wuppertaler Steffen Driesen nur Platz drei. Halgasch verpasste in 2:00,21 Minuten die WM-Qualifikation. «Helge ist in der Form seines Lebens, er zeigt überhaupt keine Ermüdung. Mit einem Tag Pause für wäre es vielleicht anders gelaufen», sagte Halgasch. Meeuw: «Der Akku ist nicht leer, aber ein wenig angekratzt. Ich freue mich sogar, dass ich Dritter werden konnte.» Zum Abschluss am Donnerstag geht Meeuw über 50 Meter Rücken noch ein Mal an den Start und kann dann mit Michael Groß und Franziska van Almsick gleichziehen, die bislang als einzige Schwimmer jeweils vier Titel bei einer Langbahn-DM gewonnen haben.

Vipa Bernhardt (Frankfurt/Main) setzte sich über 100 Meter Brust in 1:09,26 Minuten gegen die Titelverteidigerin, deutsche Rekordhalterin und Olympia-Fünfte Sarah Poewe (Wuppertal) durch, schwamm aber auch an der WM-Norm vorbei. Über 200 Meter Lagen kam der Sindelfinger Dominique Lendjel in 2:02,61 Minuten zum Überraschungssieg, verpasste aber die WM-Richtzeit klar. (nz)