Theune-Meyer setzt auf bewährte Kräfte
23.05.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Theune-Meyer setzt auf bewährte Kräfte
Für ihr letztes großes Turnier lässt sich Tina-Theune-Meyer auf keine Experimente ein. Die Trainerin des DFB-Frauen vertraut auch für die EM auf ihr Stammpersonal.
Mit 13 Weltmeisterinnen tritt Bundestrainerin Tina Theune-Meyer bei der Fußball-Europameisterschaft der Frauen in England an. In dem am Montag nominierten 20-köpfigen Aufgebot für die Endrunde vom 5. bis 19. Juni bilden die Spielerinnen vom Uefa-Pokal-Sieger 1. FFC Turbine Potsdam (8) und vom deutschen Meister 1. FFC Frankfurt (5) das Gerüst der DFB-Elf, die ihren Titel dort verteidigen will. «Wir haben Champions dabei, nehmen Siegertypen nach England mit - das sind gute Voraussetzungen. Alles andere als der Finaleinzug wäre eine Enttäuschung», sagte Theune-Meyer, die ihr Amt nach der EM an Silvia Neid übergibt.
Keine Zeit zur VorbereitungBei der Auswahl ihres Kaders berücksichtigte Theune-Meyer in der Potsdamerin Anja Mittag lediglich eine «U19»-Weltmeisterin. Nicht nominiert wurde unter anderen die Bundesliga-Torschützenkönigin Shelley Thompson vom FCR Duisburg. «Es tut mir Leid für die jüngeren Spielerinnen, weil ich ihnen in der Vergangenheit oft eine Chance gegeben habe. Ich habe auf bewährte Kräfte zurückgegriffen, weil wir keine Vorbereitung haben», begründete die Bundestrainerin ihre Entscheidung.
Da am Samstag noch das Pokalfinale zwischen Potsdam und Frankfurt ansteht, muss Theune-Meyer in der heißen Phase vor dem Turnierstart improvisieren. «Es war bisher immer Verlass auf meine Spielerinnen, egal, wie viel oder wenig Zeit wir hatten», sagte die Cheftrainerin. Für einen bis Freitag dauernden Lehrgang in Bitburg wurden mangels Quantität sogar die nicht mehr aktiven Bettina Wiegmann und Maren Meinert eingeladen.
Theue-Meyer: Frankreich der stärkste GegnerDas komplette Team steht der Bundestrainerin erst am 1. Juni in Heusenstamm zur Verfügung. Bereits zwei Tage später geht es nach Englang, wo am 6. Juni das erste Vorrundenspiel gegen Norwegen ansteht. Weitere Gruppengegner sind Italien (9. Juni) und Frankreich (12. Juni). «Die Französinnen sind clever und spielstark. Sie sehe ich als stärksten Konkurrenten», sagte Theune-Meyer.
Für sie selbst bildet die EM nach neun Jahren den Abschluss ihrer Erfolgskarriere als Bundestrainerin. «Es geht mir manchmal durch den Kopf, dass es mein letztes Turnier ist. Allerdings komme ich selten dazu, darüber nachzudenken. Ich freue mich auf England», meinte Theune-Meyer. Der sechste EM-Titel wäre das schönste Abschiedsgeschenk. (nz)