21.05.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Ariane Hingst und Trainer Bernd Schröder
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Turbine Potsdam hat den Uefa Cup der Frauen gewonnen. Das Team um Trainer Bernd Schröder siegte auch im Rückspiel.
Der 1. FFC Turbine Potsdam ist das beste Fußball-Team Europas bei den Frauen. Die Potsdamerinnen besiegten am Samstag Schwedens Meister Djurgarden/Älvsjö Stockholm im Rückspiel des UEFA- Cup-Finales mit 3:1 (3:1) und holten damit nach dem 1. FFC Frankfurt 2002 den Pokal zum zweiten Mal nach Deutschland. Das Hinspiel vor einer Woche hatten die «Turbinen» in Stockholm bereits mit 2:0 für sich entschieden und damit die Grundlage für den größten Erfolg der 34-jährigen Vereinsgeschichte gelegt.
Schröder weint vor GlückEuphorisch feierte die Rekordkulisse von 8 664 Zuschauern die Heldinnen, die ausgelassen auf dem Rasen tanzten und die ersten Sektflaschen köpften. Trainer Bernd Schröder konnte seine Tränen der Freude nicht unterdrücken und ging schon drei Minuten vor Abpfiff in die Kabine.
Die Potsdamerinnen hatten einen Blitzstart hingelegt und machten nach schnellen Treffern von Petra Wimbersky (2.) und Conny Pohlers (9.) frühzeitig alles klar. Nach Kristin Bengtssons Anschlusstor (10.) war es erneut Conny Pohlers (16.), die den alten Abstand wieder herstellte. Mit ihren Toren 13 und 14 in der laufenden UEFA-Cup-Serie schoss sie mehr als ein Drittel der 34 Treffer des neuen Cupsiegers.
Mittag mit drei Vorlagen«Ein wunderbares Spiel mit einem großartigen Sieger», lobte der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger den deutschen Ex- Meister, der in der Bundesliga-Saison nur Dritter geworden war und nun im DFB-Pokalfinale am kommenden Samstag gegen Meister 1. FFC Frankfurt seinen zweiten Cup anstrebt.
«Der Start war wirklich phänomenal», meinte Bundestrainerin Tina Theune-Meyer angetan von Spiel der Gastgeberinnen, die durch Pohlers (43./56./68.) und Wimbersky (73.) weitere Riesenchancen nicht nutzen konnten. Wimbersky (68.) traf zudem noch die Latte. Ein Lob von Erfolgstrainer Bernd Schröder verdiente sich vor allem Anja Mittag, die zu allen drei Toren die Vorarbeit leistete.
Schröder verspricht PokalsiegDie Schwedinnen, die im Viertelfinale den Cup-Verteidiger Umea IK (gleichfalls aus Schweden) ausgeschaltet hatten, waren im Angriff diesmal wirkungsvoller als im Hinspiel. Die 109-malige Auswahlstürmerin Victoria Svensson, die im Hinspiel wegen eines Muskelfaserrisses pausiert hatte, brachte die Hintermannschaft der Gastgeberinnen mehrfach in Verlegenheit. Insgesamt geriet der Triumph der Turbine-Frauen jedoch zu keiner Zeit in Gefahr.
Am frühen Abend feierte dann die brandenburgische Landeshauptstadt seine Heldinnen gefeiert. Zunächst schrieben sich die Spielerinnen bei einem Empfang von Oberbürgermeister Jann Jakobs in das «Goldene Buch» Potsdams ein, dann feierten sie mit rund 300 Fans und stimmten vom Balkon des Rathauses Sieggesänge an.
«Ich habe Euch den Europacup versprochen, jetzt verspreche ich Euch den Sieg im DFB-Pokalfinale am kommenden Samstag», brüllte Schröder vom Balkon des altehrwürdigen Gebäudes im Zentrum Potsdams. (nz)