Liqin zum zweiten Mal Tischtennis-Weltmeister
Zum fünften Mal nach 1981, 1995, 1999 und 2001 blieben beim Heimspiel alle fünf WM-Titel im Reich der Mitte. In der «Königsdisziplin» Herren-Einzel, in der China zuletzt bei Olympia 2004 und bei der WM 2003 zwei Mal das Nachsehen hatte, holte der dänische Mannschafts-Europameister Michael Maze vom Bundesligisten Borussia Düsseldorf mit Bronze die zweite europäische WM-Medaille.
Er kündigte der Tischtennis-Großmacht bei der Team-WM im nächsten Jahr in Bremen einen großen Kampf an. «Unser großes Ziel ist jetzt die Mannschafts-WM 2006. Wir sind in der Lage, die Chinesen zu attackieren. Und wir können sie auch schlagen», sagte der Coach. «Neu für alt» lautet dabei der Schlüssel zum Erfolg. Neben Boll (24) und Süß (19) gelten vor allem der Düsseldorfer Bastian Steger (24) und der Grenzauer Zoltan Fejer-Konnerth (26) als Hoffnungsträger.
«Hier ist Tischtennis nicht gespielt, sondern zelebriert worden», schwärmte Schimmelpfennig über den stimmungsvollen WM-Rahmen. «Die Atmosphäre in Schanghai war einmalig. Es hat einen Riesenspaß gemacht. Deshalb konnte ich auch trotz meiner Schmerzen ganz gut spielen», pflichtete ihm Boll bei.
Boll nahm am Schlusstag - immer noch etwas geschwächt von einer fiebrigen Erkältung - einen Fair Play-Preis im Schanghai Gymnasium in Empfang. Der Weltverband ehrte damit das sportliche Verhalten des Linkshänders, der im Achtelfinale bei Matchball für sich einen Kantenball seines Gegners sofort zugab.
Zudem hat er sich in der neuen Tischtennis-Weltrangliste um einem Platz auf Rang vier verbessert. Der 24-jährige Linkshänder aus Gönnern löste Europameister Wladimir Samsonow (Weißrussland) als besten Europäer im Mai-Ranking ab. Der neue Weltmeister Wang Liqin behauptete Platz eins vor seinen chinesischen Landsleuten Ma Lin und Wang Hao.
(nz)
