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Lupe Liqin zum zweiten Mal Tischtennis-Weltmeister

Wang Liqin ist der neue Weltmeister im Tischtennis. Das Finale in Schanghai war eine rein chinesische Angelegenheit.

Der Chinese Wang Liqin ist Tischtennis-Weltmeister. Die Nummer eins der Weltrangliste bezwang am Freitag zum Abschluss der Titelkämpfe in Schanghai seinen Landsmann Ma Lin mit 4:2 Sätzen und sicherte sich zum zweiten Mal nach 2001 in Osaka den Titel in der «Königsdisziplin». Bronze gewannen Michael Maze (Dänemark) und Oh Sang Eun (Südkorea). Der Erfolg von Wang Liqin war zugleich das 100. Gold für das Reich der Mitte in der WM-Historie.

Zum fünften Mal nach 1981, 1995, 1999 und 2001 blieben beim Heimspiel alle fünf WM-Titel im Reich der Mitte. In der «Königsdisziplin» Herren-Einzel, in der China zuletzt bei Olympia 2004 und bei der WM 2003 zwei Mal das Nachsehen hatte, holte der dänische Mannschafts-Europameister Michael Maze vom Bundesligisten Borussia Düsseldorf mit Bronze die zweite europäische WM-Medaille.

Chinesen leben Tischtennis
Das Herren-Doppel Timo Boll/Christian Süß, das mit WM-Silber den Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) auf den zweiten Platz in der Medaillenwertung hievte, verhinderte mit seiner Endspiel-Teilnahme eine chinesische WM-Bestmarke. Vier Mal waren die WM-Gastgeber im Finale unter sich. «Die Dominanz der Chinesen ist keine Überraschung. Sie leben Tischtennis. Im Herren-Bereich zählen auch wir zu den stärksten Ländern», sagte DTTB-Cheftrainer Dirk Schimmelpfennig.

Er kündigte der Tischtennis-Großmacht bei der Team-WM im nächsten Jahr in Bremen einen großen Kampf an. «Unser großes Ziel ist jetzt die Mannschafts-WM 2006. Wir sind in der Lage, die Chinesen zu attackieren. Und wir können sie auch schlagen», sagte der Coach. «Neu für alt» lautet dabei der Schlüssel zum Erfolg. Neben Boll (24) und Süß (19) gelten vor allem der Düsseldorfer Bastian Steger (24) und der Grenzauer Zoltan Fejer-Konnerth (26) als Hoffnungsträger.

«Hier ist Tischtennis nicht gespielt, sondern zelebriert worden», schwärmte Schimmelpfennig über den stimmungsvollen WM-Rahmen. «Die Atmosphäre in Schanghai war einmalig. Es hat einen Riesenspaß gemacht. Deshalb konnte ich auch trotz meiner Schmerzen ganz gut spielen», pflichtete ihm Boll bei.

Boll nahm am Schlusstag - immer noch etwas geschwächt von einer fiebrigen Erkältung - einen Fair Play-Preis im Schanghai Gymnasium in Empfang. Der Weltverband ehrte damit das sportliche Verhalten des Linkshänders, der im Achtelfinale bei Matchball für sich einen Kantenball seines Gegners sofort zugab.

Zudem hat er sich in der neuen Tischtennis-Weltrangliste um einem Platz auf Rang vier verbessert. Der 24-jährige Linkshänder aus Gönnern löste Europameister Wladimir Samsonow (Weißrussland) als besten Europäer im Mai-Ranking ab. Der neue Weltmeister Wang Liqin behauptete Platz eins vor seinen chinesischen Landsleuten Ma Lin und Wang Hao.
(nz)