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DFB beendet Bundesliga-Skandal

28. Apr 2005 15:53, ergänzt 19:26
DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder.
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Der Deutsche Fußball-Bund hat den Bundesliga-Wettskandal sportjuristisch verarbeitet. DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder sieht aber weitere Probleme.

Von Thomas Flehmer, Mainz

99 Tage nach dem Öffentlichwerden des Bundesliga-Wettskandals hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die schwerste aufkommende Krise seit dem Skandal von 1971 zu den Akten gelegt. «Wir mussten zur Kenntnis nehmen, dass in der Gilde der Schiedsrichter - wie in der gesamten Gesellschaft auch - schwarze Schafe gibt. Deshalb kann man aber nicht alle Unparteiische unter einen Kamm scheren. Wir stehen weiter hinter unseren Schiedsrichtern, die zu den Besten der Welt gehören. Lassen wir uns von den Unkenrufen nicht vom Weg abhalten. Auch 1974 - drei Jahre nach dem ersten Skandal - haben wir eine tolle WM erlebt. Wir werden die Chance auch diesmal nutzen», sagte DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder am Donnerstag zu Beginn des Außerordentlichen DFB-Bundestages in Mainz.

Verhandlung gegen Koop steht noch aus

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  • Am 19. Januar diesen Jahres hatte DFB-Schiedsrichter Lutz Michael Fröhlich mit zwei Kollegen aus Berlin Schiedsrichter-Obmann Volker Roth über einen Manipulationsverdacht gegen Robert Hoyzer unterrichtet. Neben den Ermittlungen durch die Berliner Staatsanwaltschaft versuchte auch der DFB in über 60 Vernehmungen von Tatverdächtigten sowie der gerichtlichen Abhandlungen von 16 Spielentscheidungen den Skandal schnell aufzuklären.

    Lediglich am Freitag wird noch gegen Schiedsrichter Torsten Koop wegen einer halbjährigen Sperre verhandelt. Auch Kollege Jürgen Jansen steht noch unter Verdacht. Der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger glaubt an Jansens Unschuld. «Solange allerdings noch die Ermittlungen andauern, kann es keine Rehabilitierung geben. Wenn sich der Verdacht aber als falsch herausstellt, dann ist er wieder unser Sportkamerad», sagte Zwanziger.

    «Wo Schatten ist, ist auch Licht»

    Mit insgesamt 14 Anträgen, die in Mainz allesamt innerhalb von einer halben Stunde angenommen wurden, sollen nun weitere Manipulationen verhindert werden. Mit der Annahme hofft Zwanziger auf einen Schlussstrich: «Der Skandal hat sicher Schatten geworfen. Doch, wo Schatten ist, ist auch Licht - es gibt nichts Schöneres als Fußball.» Allerdings darf sich der Präsident noch nicht allzu sicher fühlen. Auch wenn der DFB den Skandal beendet, laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft weiter.

    Jürgen Klinsmann, der ebenfalls zu Beginn zu den 258 Delegierten sprach, zeigte sich beeindruckt von der Schnelligkeit der mit dem Skandal betrauten Personen. «Es ist beeindruckend, wie konsequent an das Problem herangegangen wurde. Hakt die 14 Punkte ab und dann sehen wir uns beim Confederations Cup wieder», verabschiedete sich der Bundestrainer.

    Doch gerade hier beginnen für Mayer-Vorfelder die nächsten Sorgen. Anlässlich der Ausschreitungen bei dem Länderspiel in Slowenien graut es den nach der WM scheidenden Funktionär für das Großereignis im kommenden Jahr: «Fußball ist etwas Wunderbares, wenn die negativen Einflüsse nicht wären. Ich habe noch nie solch einen Hass in den Augen gesehen. Doch das sind keine Fans. Das ist der Abschaum, der sich dort bewegt. Diesem Hooliganismus müssen wir ein Ende bereiten.»

     
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