Vom Raffball zum Handball
25.12.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Selbst echte Kenner zeigen sich ob der wechselhaften Geschichte der Sportart erstaunt. Dass Handball erst spät nach dem Zweiten Weltkrieg vom Feld in die Halle umzog, mag den meisten noch bekannt sein. Aber dass Handball eine deutsche Erfindung ist, anfangs Raffball hieß und am Anfang des Jahrhunderts fast ausschließlich von Frauen betrieben wurde, überrascht.
«Handball Eine deutsche Domäne» konzentriert sich stark auf die Historie des Spiels. Für Geschichts-Muffel wird das Buch aus dem «Verlag die Werkstatt» daher erst nach den ersten hundert Seiten richtig interessant. Dann geht es um die großen Vereine, um Heiner Brand, die goldenen Siebziger, die enttäuschenden Achtziger und die Nationalmannschaft. Immer wird neben der Handball-Bewegung in der BRD auch die in der DDR betrachtet. Alles ist in schwarz-weiß bebildert.
Herausgeber Erik Eggers, der selbst aktiver Handballer war, und seinen Autorenkollegen merkt man nicht nur die Leidenschaft für den Sport, sondern auch Sprachgewandtheit an. Besonders die Portraits, angefangen bei Bernhard Kempa, dem Erfinder des Kempa-Tricks, über Vlado Stenzel bis hin zum derzeit wohl größten Star Stefan Kretzschmar, sind stilsicher, nicht zu lang und auf den Punkt geschrieben.
«Handball - Eine deutsche Domäne» ist im Verlag die Werkstatt erschienen. Es kostet 24,90 Euro.
Für das Web ediert von Dorothea Jantschke

