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Vom Raffball zum Handball

25. Dez 2004 10:21
Daniel Stephan auf dem Cover des Buches.
Handball ist in Deutschland die zweitbeliebteste Ballsportart nach Fußball. Ein umfangreiches Buch würdigt endlich Geschichte, Erfolge und schwere Zeiten in beiden deutschen Staaten.

Über Fußball ist in Deutschland so gut wie alles geschrieben worden. Nachschlagewerke, Biographien, Chroniken und Trainingsanleitungen liegen zuhauf in den Läden. Mit dem Buch «Handball – Eine deutsche Domäne» wird nun auch in der zweitbeliebtesten Ballsportart der Deutschen ein Anfang gemacht. Ein Anfang, wie er vollständiger kaum sein könnte.

Selbst echte Kenner zeigen sich ob der wechselhaften Geschichte der Sportart erstaunt. Dass Handball erst spät nach dem Zweiten Weltkrieg vom Feld in die Halle umzog, mag den meisten noch bekannt sein. Aber dass Handball eine deutsche Erfindung ist, anfangs Raffball hieß und am Anfang des Jahrhunderts fast ausschließlich von Frauen betrieben wurde, überrascht.

«Handball – Eine deutsche Domäne» konzentriert sich stark auf die Historie des Spiels. Für Geschichts-Muffel wird das Buch aus dem «Verlag die Werkstatt» daher erst nach den ersten hundert Seiten richtig interessant. Dann geht es um die großen Vereine, um Heiner Brand, die goldenen Siebziger, die enttäuschenden Achtziger und die Nationalmannschaft. Immer wird neben der Handball-Bewegung in der BRD auch die in der DDR betrachtet. Alles ist in schwarz-weiß bebildert.

Herausgeber Erik Eggers, der selbst aktiver Handballer war, und seinen Autorenkollegen merkt man nicht nur die Leidenschaft für den Sport, sondern auch Sprachgewandtheit an. Besonders die Portraits, angefangen bei Bernhard Kempa, dem Erfinder des Kempa-Tricks, über Vlado Stenzel bis hin zum derzeit wohl größten Star Stefan Kretzschmar, sind stilsicher, nicht zu lang und auf den Punkt geschrieben.


Nationaltrainer Heiner Brand nach dem Gewinn des Europameistertitels 2004.
Allein das triste schwarze Cover mit dem Konterfei von Daniel Stephan, Welthandballer des Jahres 1998, enttäuscht. Lieblos ist ein kleines Foto des Nationaltrainers Heiner Brand eingeklinkt, der auch das Geleitwort geschrieben hat. Im riesigen Angebot eines Buchgeschäfts fällt der Band so kaum auf.

«Handball - Eine deutsche Domäne» ist im Verlag die Werkstatt erschienen. Es kostet 24,90 Euro.

 
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