Manfred von Richthofen versuchte die Situation nicht zu beschönigen. Der Deutsche Sportbund (DSB) steckt in einer wirtschaftlich schwierigen Situation. «Keine Frage, wir müssen einen drastischen Sparkurs fahren», sagte der DSB-Präsident kurz vor dem am Samstag im Congress Centrum Bremen stattfindendem Bundestag. Bis zum Jahr 2006 will der DSB 2,9 Millionen Euro einsparen. So will man in vier Jahren einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren. Senkung der Personalkosten
Der Wirtschaftsplan der mit 27 Millionen Mitgliedschaften in 90.000 Vereinen größten Organisation in Deutschland für das kommende Jahr umfasst 15,66 Millionen Euro. Wie bereits in den Vorjahren entsteht ein Jahresfehlbetrag. Drohende Zahlungsunfähigkeit Würde man angesichts dieser Zahlen der prekären Finanzsituation nicht mit Konsolidierungsmaßnahmen entgegen wirken, würde dem DSB «im Jahr 2006 die Zahlungsunfähigkeit» drohen, wie es im von Schatzmeister Rolf Wallenhorst verantworteten Lagebericht heißt. Dass der DSB an seine Rücklagen herangehen muss, liegt vor allem an den Rückgängen bei den Erlösen der Glücksspirale. Sie gingen von 6,4 Millionen Euro im Jahr 2001 auf 5,7 Millionen in 2002 auf 5,1 Millionen Euro im Jahr 2003 zurück. Im Wirtschaftsplan wurden nur noch 4,8 Millionen Euro eingeplant. Neben den von Richthofen genannten Konsolidierungsmaßnahmen will der DSB auch seine Marketingaktivitäten erweitern, um so mehr Geld in die Kassen zu bekommen. Die Deutsche Sport Partner Vermarktungsgesellschaft hat die Erwartungen nicht erfüllt. Deshalb spricht Richthofen davon, dass man zukünftig zusammen mit der Deutschen Sporthilfe (DSH) - unter Beibehaltung deren Selbständigkeit - zu besseren Vermarktungswegen und Erlösen kommen will. Die Finanzsituation des DSB hatte in den zurückliegenden Wochen zu Spitzen seitens des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) für Deutschland gegeben, mit dem der DSB derzeit in einer Strukturkommission über eine Fusion berät. «Sind nicht pleite» Manfred von Richthofen selbst kann den Fingerzeig seitens des NOK mit Blick auf die Finanzsituation indes nicht nachvollziehen. «Wir sind schließlich nicht pleite und schreiben keine roten Zahlen. Wir müssen nur an unsere Rücklagen heran», stellte der DSB-Präsident fest. Eine Fusion, die von Richthofen angeschoben wurde und zunächst beim NOK auf Befremden gestoßen war, würde insbesondere aus finanzieller Sicht Vorteile bringen, sagte der DSB-Boss. Für beide Seiten. So höre er von Vertretern der Wirtschaft immer wieder, dass man sich nur einen Ansprechpartner wünschen würde, wenn es um die Förderung des Sports in Deutschland geht. Die Ängste vor einer Fusion zu nehmen, dafür trat Richthofen auch am Freitag auf dem vor dem Bundestag stattfindenden Zukunfts-Kongress ein. Vor der ständigen Konferenz der Spitzensportverbände sagte Richthofen, dass zukünftig «sowohl olympische wie nichtolympische Verbände im DSB ihre Heimat und Interessenvertretung haben und behalten». Damit bereitete der DSB-Chef die Delegierten schon einmal auf den Samstag vor. Nach dem Ende des Bundestages erhofft sich Manfred von Richthofen nicht nur eine Unterstützung für die laufenden Fusionsverhandlungen, sondern auch für das neue Spitzensportförderkonzept (u.a. Reduzierung der Bundesstützpunkte).
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