20. Nov 2004 10:34, ergänzt 11:57
Deutschen Fußball-Fans und Klubchefs ist das Lachen über Harald Schmidt vergangen. Sie bangen um Aufmerksamkeit und Geld.
Die ARD hat sich entschlossen, die Finanzierung der neuen «Schmidt-Show» teilweise aus dem Sport-Etat zu bestreiten, dafür sollen Live-Übertragungen des Uefa-Pokals ausfallen. Rund acht Millionen Euro soll das «Erste» nach «Bild»-Angaben pro Jahr für den Entertainer ausgeben, der jeweils mittwochs und donnerstags eine halbe Stunde auftritt. Jörg Schmadtke, Sportdirektor bei Uefa-Cup-Teilnehmer Alemannia Aachen, schimpfte: «Es fehlt jegliches Gespür für den Sport und die Fans.»
Allerdings rechtfertigte sich ARD-Programmdirektor Günter Struve mit nackten Zahlen. «Die Einschaltquoten von Uefa-Cup-Spielen lagen in den Jahren 2003 und 2004 zwischen 14 und 18 Prozent Marktanteil. Im Vergleich dazu erregen andere Fußball-Übertragungen, z. B. von Länderspielen, ein deutlich höheres Zuschauerinteresse.»
Das Uefa-Pokal-Spiel von Schalke 04 bei Feyenoord Rotterdam am 1. Dezember könnte das letzte sein, das noch live in der ARD zu sehen ist.
Unterdessen hat das Deutsche Sportfernsehen (DSF) Interesse bekundet, als «Kooperationspartner» in die UEFA-Cup-Übertragung einzusteigen. «Wir haben Interesse, und wir haben die Möglichkeiten dafür. Vorausgesetzt, das Rechtepaket ist bezahlbar und planbar», sagte Geschäftsführer Rainer Hüther dem Nachrichtenmagazin «Focus». (nz)