05.11.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Angelina Grün
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der europäische Volleyball-Verband verdächtigt das deutsche Frauen-Nationalteam der Schiebung. Die Deutschen sollen sich mit den Gegnerinnen aus Polen abgesprochen haben.
Die deutschen Volleyballerinnen stehen unter dem Verdacht der Schiebung. Der europäische Verband CEV wirft dem Frauen-Nationalteam vor, beim Weltserien-Qualifikationsturnier im September in Ankara ein Resultat manipuliert zu haben. Der Deutsche Volleyball-verband weist den Verdacht allerdings entschieden zurück.
Nach Satzführung abgebautIm letzten Turnierspiel am 26. September hatte der deutschen Mannschaft gegen Europameister Polen ein Satzgewinn zum Erreichen der finanziell lukrativen Weltserie 2005 gereicht. Dagegen mussten die Polinnen das Match gewinnen, um noch an Gastgeber Türkei vorbei zu ziehen. Das Spiel endete damals nach deutscher 1:0-Satzführung 3: 1 für Polen.
Die deutsche Teamführung begründete damals den drastischen Leistungsabfall der Spielerinnen mit gesundheitlichen Problemen (Magen-Darm-Virus). Kapitän und Hauptangreiferin Angelina Grün konnte deshalb gar nicht eingesetzt werden. Die komplette Mannschaft musste sich nach ihrer Rückkehr in Deutschland in ärztliche Behandlung begeben.
Kräfteabfall als BegründungIn der DVV-Erklärung wurde zudem angeführt, dass sich das derart gehandicapte Team nach dem wichtigen 1:0-Satzvorsprung nicht mehr wie gewünscht konzentrieren konnte und zudem auch aufgrund der langen Olympia-Saison ein Kräfteabfall zu verzeichnen gewesen sei. CEV-Exekutivdirektor Olivier Mottier bestätigte, dass an den deutschen und an den polnischen Verband eine schriftliche Verwarnung verschickt worden ist. DVV-Generalsekretär Lutz Endlich wird am Samstag in Luxemburg die schriftliche Zurückweisung aller Absprache-Vorwürfe in Form eines offiziellen Briefes übergeben.
Laut Mottier prüft die CEV den Vorgang derzeit auf rechtliche Konsequenzen. Die Rechtskommission des Verbandes wird ihren Bericht Anfang Dezember abgeben. Strafen für den DVV über die Verwarnung hinaus sieht Mottier nicht. (nz)