netzeitung.deStadler: Träumte 17 Jahre von diesem Titel

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Norman Stadler konnten die Tränen im Ziel nicht zurückhalten. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Norman Stadler konnten die Tränen im Ziel nicht zurückhalten.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Hawaii sah beim Ironman mehr deutsche Fahnen als je zuvor. Dieser Titel bleibt uns für immer, sagten die Sieger Norman Stadler und Nina Kraft.

Erst wenige hundert Meter vor dem Ziel ließ Norman Stadler seine Konzentration ein wenig aufbrechen und winkte den tobenden Zuschauern. Der Mannheimer Triathlet führte den legendären Ironman auf Hawaii zu diesem Zeitpunkt seit etwa einer Stunde mit zehn Minuten Vorsprung vor Dreifachsieger Peter Reid an. Nach 8:33:29 Stunden sank Stadler vor Glück heulend auf den Asphalt. Doch das war noch nicht alles an diesem Sonntag auf Hawaii. Gut eine Stunde später lief Nina Kraft als erste Frau ins Ziel und verwandelte den Alii Drive endgültig in ein deutsches Freudenmeer.
Größter Erfolg in der Geschichte
Mit dem Doppelsieg bescherte das Duo dem deutschen Triathlonsport den größten Erfolg der Geschichte. «Nun sind unsere Namen in der Liste der ganz Großen. Das ist ein historischer Tag», jubelte Stadler.
Die Braunschweigerin Nina Kraft konnte sich als erste Deutsche in der 26-jährigen Geschichte des weltberühmten Wettbewerbs in die Siegerliste eintragen.

Stadler gewann in Kailua-Kona als zweiter Deutscher nach Thomas Hellriegel 1997. Zudem durften sich Beide über die Siegprämie von jeweils 100. 000 Euro freuen.

«Von diesem Sieg habe ich 17 Jahre geträumt. Jetzt kann mir den Erfolg niemand mehr nehmen. Dieser Titel bleibt für immer», sagte Stadler, nachdem er im Ziel minutenlang in den Armen von Freundin Sarah weinte.

Vorsprung auf dem Rad herausgefahren
Der Mannheimer deklassierte die Konkurrenz über 3,8 Kilometer Schwimmen im Pazifischen Ozean sowie 180 Kilometer Rad fahren und 42,195 Kilometer Laufen durch die heißen Lavafelder von Big Island geradezu. Im Ziel hatte der 33-Jährige einen Vorsprung von 10:11 Minuten auf Vorjahressieger Peter Reid. «Ich habe wieder versucht, das Rennen auf dem Rad zu entscheiden. Diesmal hat es geklappt», sagte Stadler.

Nach 50 Kilometern auf dem Rad übernahm der Mannheimer vehement die Führung und baute sie aus. Er behauptete seinen Vorsprung auch beim abschließenden Marathon.

Der deutsche Meister Faris Al Sultan aus München (8:45:14) als Dritter sowie die Mannheimer Alexander Taubert (8:45:35) und Timo Bracht (9:03:11) auf den Rängen vier und acht rundeten den «Tag der Deutschen» mit ihren Platzierungen unter den besten Zehn ab. Zudem zeigte Ex-Radprofi Kai Hundertmarck (Eppenheim/9:19:38) als 16. bei seinem Hawaii-Debüt eine hervorragende Leistung. Die Routiniers Hellriegel (Bruchsal) und Jürgen Zäck (Koblenz) stiegen frühzeitig aus.

Dauerrivalin besiegt
Kraft triumphierte in 9:33:25 Stunden und ließ diesmal ihrer Dauerrivalin Natascha Badman aus der Schweiz keine Chance. «Das war das härteste Rennen, das ich je bestritten habe. Es war unglaublich heiß und windig. Ich habe erst zwei Kilometer vor dem Ziel geglaubt, dass ich gewinne», sagte Kraft. Sie hatte sich auch von einer drei Minuten Zeitstrafe nicht stoppen lassen.

Dabei hatte die 35 Jahre alte Braunschweigerin, die sich mit der Filmmusik von Rocky auf die Schinderei in drei Akten eingestimmt hatte, im Ziel 16:39 Minuten Vorsprung auf Badman. Dritte wurde die Kanadierin Heather Fuhr (9:56:19).

«Jetzt werde ich den Sieg erstmal in Ruhe genießen und mich mit einem Urlaub in Neuseeland belohnen», meinte Kraft völlig erschöpft. (nz)