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Lupe Olsson und Williams-Darling knacken Jackpot

Der Schwede Christian Olsson und Tonique Williams-Darling von den Bahamas haben sich beim Istaf in Berlin den Jackpot gesichert. Beide Sportler können sich jeweils über eine halbe Million US-Dollar freuen.

Tonique Williams-Darling und Christian Olsson haben sich am Sonntag beim 63. Internationalen Stadionfest (Istaf) vor 61.150 Zuschauern im Berliner Olympiastadion den Jackpot in Höhe von einer Million US-Dollar geteilt. Nach Siegen bei den fünf vorhergehenden Golden League-Meetings in Oslo, Rom, Paris, Zürich und Brüssel konnten die 400 Meter-Läuferin und der Dreispringer auch die Finalstation in Berlin klar für sich entscheiden.
Neue Jahresweltbestzeit
Williams-Darling siegte über die Stadionrunde in der neuen Jahres-Weltbestzeit von 49,07 Sekunden vor der Mexikanerin Ana Guevara (49,53) und der US-Amerikanerin Monique Hennegan (49,67). Williams-Darling konnte damit zugleich den 19 Jahre alten Istaf-Rekord von Valerie Brisco-Hooks (USA/49,56) deutlich verbessern. «Das war großartig, vor ihrem Publikum zu laufen», so Williams-Darling. «Es wird kein Problem sein, das Geld auch auszugeben.»

Der 24-jährige Olsson gewann seinen Anteil mit der Siegerweite von 17,45 Metern vor dem US-Amerikaner Walter Davis (17.21) und dem Brasilianer Jadel Gregorio (17,14). «Ich habe fast zuviel an das Geld gedacht, aber wenn man bereits zuvor fünf Meetings gewonnen hat, dann ist das ganz normal», sagte Olsson.

Gute Visitenkarte für WM-Bewerbung
Mit diesem Istaf wollten die Organisatoren noch einmal unter den Augen des Präsidenten des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF), Lamine Diack, ihre Visitenkarte für ihre Bewerbung für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2009 abgeben. Über die Vergabe entscheidet das IAAF-Council am 5. Dezember in Helsinki.

Eine hervorragende Vorstellung bot wieder einmal Speerwerferin Steffi Nerius. Die 32-Jährige musste sich mit 65,60 Metern wie bereits bei den Olympischen Spielen in Athen nur der Kubanerin Osleidys Menendez (65,98) geschlagen geben. Platz drei sicherte sich die Offenburgerin Christina Obergföll (63,34).

Drechsler auf Abschiedstour
Die Weitsprungkonkurrenz hatte zuvor ohne Mühe Tatjana Lebedewa für sich entschieden. Die 28 Jahre alte Athletin aus Russland gewann nach ihrem Erfolg bei den Sommerspielen in Athen mit 6,89 Metern vor ihrer Landsmännin und Olympiazweiten Irina Simagina (6,71) und der Deutschen Bianca Kappler (LC Asics Rehlingen/6,42).

Heike Drechsler konnte zu Beginn ihrer Abschiedstour den Endkampf nicht erreichen. Die Athletin der LG Karlsruhe kam nicht über 5,92 Meter hinaus. «Nach meiner Verletzung musste ich erst wieder hereinkommen, doch drei Versuche haben dafür nicht ausgereicht», sagte Drechsler nach ihren Ausscheiden.

Vor ihrem Karriere-Ende wird die Olympiasiegerin von 1992 und 2000 noch Wettkämpfe in Yokohama und Tahiti bestreiten. «Auch wenn ich heute nicht den Endkampf erreicht habe, war es hier eine tolle Atmosphäre. Schade, dass es nicht zu mehr gereicht hat. Zehn Jahre würde ich gerne noch springen, doch jetzt sind auch mal die anderen dran», sagte Drechsler.

Im kommenden Jahr will Drechsler im Frühling alle ihre ehemaligen Konkurrentinnen zu einem Abschiedsfest einladen. Ihren letzten Wettkampf wird die 39-Jährige im Mai in Gera bestreiten. Dem Ort, wo ihre Karriere begann. Trotz ihrer Verletzung ist sie trotzdem froh, dass sie ihre letzten Ziele angegangen ist. «Dann fällt der Abschied nicht so schwer», sagte Drechsler, die sich allerdings nicht für Olympia hatte qualifizieren können.

Empfang bei Putin
Tatjana Lebedewa hatte nach ihrem Sieg nur wenig Zeit. Sie flog bereits zwei Stunden nach ihrem Wettkampf wieder zurück nach Moskau. «Morgen werden dort die erfolgreichen Medaillenteilnehmer aus Athen von Präsident Wladimir Putin empfangen», sagte Lebedewa.

Die in Wolgograd lebende Lebedewa ist in diesem Jahr die erfolgreichste russische Sportlerin. Neben Gold im Weitsprung holte sie in Athen auch die Bronzemedaille im Dreisprung. In diesem Jahr konnte sie auch in beiden Disziplinen bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Budapest gewinnen.

Kleinert wieder Zweite
Über die 400 Meter Hürden war der Olympiafünfte Bayano Kamani aus Panama erfolgreich. Der 24-Jährige verwies in 48,55 Sekunden den Jamaikaner Kemel Thompson (48,70) und den Japaner Dai Tamesue auf die Plätze. «Es war schon großartig in Brüssel zu gewinnen, aber es ist umso fantastischer, dass ich es heute wiederholen konnte», sagte Kamani.

Im Kugelstoßen musste sich die Olympia-Zweite Nadine Kleinert aus Magdeburg mit 18,52 Metern erneut mit dem zweiten Rang zufrieden geben. Die Konkurrenz entschied die Weißrussin Nadescha Ostaptschuk mit 20,36 Metern für sich. Für die Weißrussin war es zugleich eine neue persönliche Bestzeit. Dritte wurde Cleopatra Borel (18,49) aus Trinidad.

Die 110-Meter-Hürden bei den Männern konnte in Abwesenheit des chinesischen Olympiasiegers Liu Xiang der US-Amerikaner Allen Johnson in 13,16 Sekunden vor dem Jamaikaner Maurice Wignall (13.27) und dem US-Amerikaner Ron Bramlett (13,43) gewinnen.

Der litauische Olympiasieger Virgilius Alekna hatte zum Auftakt den Diskuswurf souverän gewonnen. Der 32-Jährige siegte mit guten 68,12 Meter. Den zweiten Platz belegte der Spanier Mario Pestano (66,69) vor dem Olympiavierten Wassili Kaptjuch (Weißrussland) mit 65,45. Torsten Schmidt (Rostock) landete mit 60,95 Metern wie in Athen auf dem neunten Platz.

Unger verpasst Podium
Im 200-Meter-Lauf verpasste Tobias Unger einen Podiumsplatz. Der Olympia-Finalist aus Nürtingen wurde in 20,63 Sekunden Vierter hinter Sieger Asafa Powell aus Jamaika (20,24), Frankie Fredericks aus Namibia (20,25) und dem Amerikaner Joschua Johnson (20,54).

Über 5000 Meter der Männer überraschte der erst 17-Jährige Kenianer Augustine Kiprono Choge für eine Überraschung. Der Junioren-Weltmeister distanzierte in persönlicher Bestzeit von 12:57.01 Minuten den Äthiopier Mulugeta Wendimu (12:57.05) in einem spannenden Finish. In neuer Asien-Bestzeit wurde Salim Mushir Jawher aus dem Bahrain in 13:00.40 Minuten Dritter.