27. Mai 2004 14:14
Nach der Doping-Razzia in Italien hat die Polizei die Hauptfigur in diesem Skandal vernommen. Der Sportarzt soll Radsportlern verbotene Substanzen verschrieben haben.
Nach der Großrazzia mit Durchsuchungen in 28 verschiedenen italienischen Provinzen hat das Nationale Olympische Komitee von Italien Coni den ermittlenden Staatsanwälten seine Unterstützung angeboten. Jegliche Initiative zur Bekämpfung des Dopings sei willkommen, so die offizielle Stellungnahme des NOK´s.Unterdessen gerät Saeco-Fahrer Eddy Mazzoleni weiter unter Druck. Der Radprofi soll Handel mit Dopingmitteln betrieben haben. In seinem Hotelzimmer fanden die Ermittler bei der Durchsuchung jedoch nichts. «Ich begreife nicht, warum diese Razzien immer während des Giro durchgeführt werden», beschwerte sich Mazzoleni. Zugleich gab er zu, dass er Santuccione kennt: «Er hat mir keine Medikamente verschrieben, sondern gute Ratschläge für das Training gegeben. Er ist meiner Meinung nach ein guter Sportarzt.»
Der Polizei-Einsatz beim Giro war vom römischen Staatsanwalt Paolo Ferrero angeordnet worden. Er hatte 138 Durchsuchungs-Befehle im Rahmen von Ermittlungen wegen des unerlaubten Einsatzes der Blutdoping-Mittel EPO und Nesp im Amateursport-Bereich erlassen. Die Untersuchungen wurden vor acht Monaten nach dem Tod eines Amateur-Fahrers aufgenommen, der unter ungewöhnlichen Umständen starb. (nz)