Riedel: In Athen will ich eine Medaille
Über die Wetterkonditionen bei den Werfertagen in Halle am vergangenen Wochenende war Riedel nicht so glücklich: »Leider kam der Wind zu sehr von vorn, ich liebe mehr den Wind von rechts.« Dennoch erzielte das Diskus-Ass seine bisherige Saisonbestleistung. Mit 68,05 Metern schlug er in Halle den litauischen Weltmeister von Paris Virgilius Alekna, Riedels größter Konkurrent bei den Olympischen Spielen.
Ein Erfolgserlebnis, das sein Selbstvertrauen stärkte. »Ich liege gut im Plan«, so Riedel, »doch noch sind einige Sachen zu verbessern. Die Beine hätten noch mehr zünden können.« Der Abwurf müsse noch explosiver werden. Die Saison ist jedoch noch lang und der Chemnitzer hat noch viele Wettkämpfe auf seinem Plan stehen ganz zu seiner Freude: »Wettkämpfe sind die intensivste Form des Trainings, und ich freue mich darauf, intensiv zu trainieren.«
Einen Blick nach links und rechts auf seine ärgsten Konkurrenten wirft Riedel dennoch. Alekna, der Weltmeister von 2003, ist für ihn der Top-Favorit auf Olympia-Gold. »Er hat fast alle Karten auf seiner Seite. Doch vielleicht ist das meine Chance, als Außenseiter etwas zu reißen.« Außerdem zählt er den ungarischen Europameister Robert Fazekas zum engsten Widersacher-Kreis. Und noch einen oder zwei Athleten, »die noch keiner auf der Rechnung hat«.
Wie dem auch sei für Riedel dem mehrfachen Olympioniken (Neben Gold 1996 noch Silber 2000) macht sich die Vorfreude auf das größte Sportereignis der Welt bemerkbar. »Ich fühle schon, das ist ein ganz anderes Jahr als sonst. Olympia ist etwas ganz besonderes für mich.« Besonders mit Blick auf sein Alter. Die Titelkämpfe in der Olympia-Geburtsstadt werden Riedels letzte unter den fünf Ringen sein.
Doch das Ende seiner Karriere soll nach dem Wettkampfjahr 2004 noch nicht eingeläutet werden. »Ich kann mir gut vorstellen, noch ein Jahr dranzuhängen.« Und wenn der erfolgreichste deutsche Diskuswerfer dann in den sportlichen Ruhestand geht, würde sich eine weitere Olympia-Medaille in seiner Trophäensammlung sehr gut machen.

