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Lupe DHB-Auswahl verpasst fünften Supercup-Gewinn

Die deutschen Handballer haben den fünften Gewinn des Supercups verpasst. Dass Frank von Behren mit Verdacht auf Kreuzbandriss ins Krankenhaus musste, ist aber die eigentliche Hiobsbotschaft.

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat den fünften Gewinn des Supercups verpasst. Im Endspiel verlor die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand in Riesa vor ausverkauftem Haus gegen Spanien mit 28:29 (14:14). Damit bleibt Russland mit fünf Titeln Rekordsieger des Turniers. Eine traurige Nachricht gab es in der zweiten Halbzeit, als bekannt wurde, dass sich Frank von Behren womöglich im operierten Knie erneut einen Kreuzbandriss zugezogen hat. Der Gummersbacher hatte in der ersten Halbzeit überzeugt und auch drei Tore erzielt.

«Die Spanier haben verdient gewonnen. Wir müssen mit dem Ergebnis leben», sagte Bundestrainer Heiner Brand. Betroffen zeigte er sich von der Verletzung von von Behren. «Das wäre für ihn sehr schade, aber vor allem auch für uns. Er war gerade dabei, wieder in gute Form zu kommen», so Brand.
Kretzschmar zunächst nur Bankdrücker
Die DHB-Auswahl erwischte einen guten Start und lag bis zum 6:5 stets mit einem Tor in Führung. Beim 7:8 wechselte die Führung erstmals. Beim 11:9 hatten sich die Spanier erstmals einen Zwei-Tore-Vorsprung erspielt, den die DHB-Auswahl aber bis zur Pause wieder wettmachen konnte. Bis dahin hatte das deutsche Team allein zwei Siebenmeter verworfen, und manches Anspiel nicht an den Mann gebracht. Bundestrainer Brand beließ Stefan Kretzschmar zur Verwunderung die komplette erste Halbzeit auf der Bank. Nur einen Siebenmeter durfte der Magdeburger verwerfen, der das Halbfinale gegen Kroatien mit neun Toren quasi im Alleingang zugunsten seines Teams entschieden hatte.
Aufholjagd dank Zeitz
Die Spanier kamen besser aus der Pause und führten schnell mit 18:16. Beim Stand von 17:19 vergab Kretzschmar einen Tempogegenstoß kläglich. Prompt erhöhten die Spanier ihren Vorsprung auf drei Tore (19:16). Auf deutscher Seite überzeugte in dieser Phase nur Christian Zeitz. Zunächst gelang dem Kieler in seinem elften Versuch das sechste Tor zum 18:20, wenig später stellte er den Anschluss her (19:20), und auch das 20:22 erzielte Zeitz. Aber die Spanier hielten ihren Vorsprung.

Neun Minuten vor Spielende führten sie wie gehabt mit drei Toren (26:23). Dann aber stand die deutsche Mannschaft noch einmal auf. Florian Kehrmann erzielte den 26:26-Ausgleich, Pascal Hens (HSV Hamburg) das 27:27. Eineinhalb Minuten vor Abpfiff gingen die Spanier erneut durch einen Siebenmeter mit 28:27 in Führung, Daniel Stephan gelang wiederum der Ausgleich. Brand nahm bei Ballbesitz Spanien 17 Sekunden vor Abpfiff eine Auszeit und gab letzte Instruktionen. Seine Mannschaft musste aber ein Siebenmetertor hinnehmen, das sie trotz aller Bemühungen nicht mehr wettmachen konnte.

Schweden Dritter
Zuvor hatte sich Europameister Schweden durch einen 24:21 (13:10)-Sieg über Weltmeister Kroatien den dritten Platz gesichert. Vor knapp 6000 Zuschauern in Riesa schufen die Schweden in der zweiten Halbzeit mit einem Zwischenspurt von 15:11 auf 23:16 die Basis für den ungefährdeten Erfolg.

Kroatien hatte am Samstag das Halbfinale gegen Gastgeber Deutschland nach einem 27:27 im Siebenmeterschießen mit 1:3 verloren. (nz)