28.07.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Dopingopfer Birgit Boese
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Pharmabetrieb Jenapharm streitet weiterhin eine Beteiligung an der Dopingforschung in der DDR ab. Die Opfer verlangen die Herausgabe der Unterlagen.
Der Pharmaproduzent Jenapharm streitet weiterhin die Beteiligung an der Dopingforschung in der DDR ab. Der im thüringischen Jena ansässige Konzern, der heute zum Berliner Schering-Konzern gehört, war der Hauptproduzent von Dopingpräparaten in der DDR. Der Sportausschuß des Deutschen Bundestages hatte das Unternehmen bereits im Sommer 2002 aufgefordert, die Forschungsunterlagen zur Verfügung zu stellen.
Dabei hat der ehemalige Leiter der klinischen Forschung im DDR-Betrieb «VEB Jenapharm», Dr. Rainer Hartwich, im TV-Nachrichtenmagazin «exakt» des Mitteldeutschen Rundfunks die streng geheime Dopingforschung bestätigt. Der Mediziner leitet daraus eine direkte moralische Verantwortung von Jenapharm ab, «die Opfer heute zu unterstützen». Die Sendung wird am Dienstag um 20.15 Uhr im MDR-Fernsehen ausgestrahlt.
Hartwich, der in der DDR selbst Dopingexperimente beim VEB Jenapharm durchführte und heute in einer Thüringer Kurklinik arbeitet, bekennt eine Mitschuld und erklärt sich bereit, den Geschädigten im Rahmen seiner Möglichkeiten, beratend zur Seite zu stehen.
Zwei der Betroffenen, die Leiterin des Doping-Opfer-Hilfe-Büros in Berlin, Birgit Boese, sowie der krebskranke Ex-Biathlon-Junioren-Weltmeister von 1976, Jürgen Grundler aus Mellenbach, fordern schon seit längerem von Jenapharm die Herausgabe der Unterlagen. (nz)