Alkoholkranker Gascoigne hofft auf eine zweite Chance
05.07.2003
Herausgeber: netzeitung.de
Alkoholkranker Gascoigne hofft auf eine zweite Chance
Der Fußballer Paul Gascoigne hat trotz einer Entziehungskur weiter Probleme mit dem Alkohol. Der 36-Jährige hofft darauf, bald wieder in England spielen zu können - auch ohne Gehalt.
Englands ehemaliger Fußballstar Paul Gascoigne kommt von seiner Alkoholsucht nicht los. In einem Interview hat er jetzt offen über seine Alkoholprobleme gesprochen. «In meinem Kopf sitzt ein kleiner Mann und der sagt zu mir: Nimm einen Drink, nimm einen Drink. Und ich bekomme ihn nicht aus dem Kopf heraus, speziell dann, wenn ich mit ihm alleine bin», sagte der 36-Jährige der Boulevardzeitung «The Sun».
Probleme in China verstärktWie Gascoigne sagte, würde er gerne einmal ausgehen und nur drei Bier oder ein paar Gläser Wein trinken, «aber ich kann das nicht. Wenn ich ein paar Gläser getrunken habe, dann will ich auch mehr. Selbst wenn ich vorher die besten Vorsätze hatte.» Die Alkoholprobleme des 36-Jährigen hatten sich während seines Aufenthaltes in China, wo Gascoigne für den Zweitligisten Gansu Tianspielte, verstärkt.
Nach eigenen Angaben nutzte er jedoch die SARS-bedingte Fußballpause in China, um in Arizona fünf Wochen lang eine Entziehungskur zu machen. Dort kam Gascoigne offensichtlich zu der Einsicht, in seinem Leben viele Fehler gemacht zu haben. «Ich würde mir wünschen, dass ich meine Karriere genauso gestaltet hätte wie David Beckham. Wenn David vor meiner Zeit gespielt hätte, hätte ich mein Leben vielleicht anders gelebt und mir einiges abgeschaut. Es gibt kein besseres Beispiel, wie man sich auf und außerhalb des Fußballplatzes präsentiert und das Beste aus seiner Karriere macht», sagte der 57-malige Nationalspieler.
Hoffen auf eine zweite ChanceDoch Gascoigne steckt nicht auf, will zum wiederholten Male einen neuen Anlauf unternehmen. Der Mittelfeldspieler bot sogar an, in England ohne Gehalt zu spielen, «falls ein Klub aus der Premiere League oder der Ersten Liga mich haben will. Ich will den Leuten zeigen, dass in Paul Gascoigne noch Leben ist». (nz)