Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Zöllig: Dopingopfer brauchen
mehr Zeit für Antragstellung

11. Feb 2003 14:10, ergänzt 14:31
Eineinhalb Monate vor Ablauf der Antragsfrist am 31. März haben erst 31 Dopingopfer beim Bundesverwaltungsamt Ansprüche auf Entschädigung gestellt. Deshalb fordert Klaus Zöllig eine Fristverlängerung.

Thema:
Die Zahl ist gestiegen, aber sie bleibt weiter hinter den Erwartungen zurück. Sieben Wochen vor Ablauf der Antragsfrist am 31. März haben erst 31 Opfer des flächenmäßigen Dopings in der ehemaligen DDR beim zuständigen Bundesverwaltungsamt in Köln Entschädigungforderungen nach dem Doping-Opfer-Hilfe-Gesetz (DOHG) gestellt.

Fristverlängerung gefordert

Aufgrund dieser bislang geringen Zahl von Antragstellern fordert der Vorsitzende des Doping-Opfer-Hilfe-Vereins (DOH) in Weinheim, Klaus Zöllig, die Frist um zwei Monate zu verlängern. «Es ist nötig, dass die Opfer etwas mehr Spielraum für die Antragstellung erhalten», sagte Zöllig. Begründet wird diese Forderung von Zöllig mit Problemen bei der Ausstellung von fachärztlichen Gutachten.

Mehr im Internet:
«Es ist für die Geschädigten leider nicht so einfach, von ihrem Arzt ein solches Gutachten zu bekommen. Manch einer der Kollegen fühlt sich nicht kompetent, obwohl er die Patienten schon seit längerem behandelt», so Zöllig.

Mit Zölligs Forderung nach einer Fristverlängerung werden sich am Mittwoch auch die Mitglieder des Sportausschusses des Deutschen Bundestages beschäftigen. Auf ihrer Sitzung geht es in Punkt eins der Tagesordnung um die «Erfahrungen mit dem Doping-Opfer-Hilfegesetz». Ob sich bei den Parlamentariern für eine solche Fristverlängerung allerdings eine Mehrheit finden lässt, wird entscheidend von den Vorträgen am Mittwoch abhängen.

Neben einem Vertreter des Bundesinnenministeriums wird dort mit Birgit Boese auch die Leiterin der Doping-Opfer-Beratungsstelle in Berlin über ihre bisherigen Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Gesetz berichten.

Riegert: Anhörung abwarten

Klaus Riegert Foto: Bundestag
«Ich werde jetzt erst einmal den Bericht vom BMI und von der Doping-Opfer-Hilfe abwarten. Danach wird darüber entschieden, ob es zu einer Initiative für eine Fristverlängerung kommt», sagte am Dienstag der sportpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Klaus Riegert. Wie der CDU-Politiker sagte, sei für ihn die maßgebliche Frage, ob die bisher geringe Zahl der Antragstellungen an der gesetzten Frist liegt oder an Problemen mit notwendigen fachärztlichen Gutachten. «Dazu verspreche ich mir Aufklärung von den morgigen Vorträgen.»

Vorsorglich stellte Riegert aber schon einmal fest, dass eine derartige Initiative nur dann Sinn machen würde, wenn sie von den anderen Fraktionen mitgetragen würde. «Das geht nur im Konsens», so Riegert.

Nachdem bis zum 14. Januar erst sechs Anträge bei der Kölner Behörde eingegangen sind, ist diese Zahl im zurückliegenden Monat auf sukzessive 31 gestiegen. Diese Zahl ist angesichts von geschätzten 10.000 Dopingopfern in der ehemaligen DDR zwar weiter gering, doch das Bundesverwaltungsamt geht nach Angaben eines Sprechers bis zum Ende der Antragsfrist davon aus, dass sich die Zahl noch «spürbar erhöhen» wird. Die Bundesregierung hat für den Entschädigungsfonds insgesamt zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Klaus Zöllig selbst geht von einer Zahl von Antragstellungen im Bereich von 200 aus. Diese Einschätzung stützt er auf die von Birgit Boese bislang über 300 durchgeführten Beratungen. «Ein Großteil dieser Geschädigten wird wohl auch einen Antrag stellen», sagte Zöllig.

Freitag: Stichtag abwarten

Dagmar Freitag Foto: ddp
Die sportpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfaktion, Dagmar Freitag, hält von einer Fristverlängerung momentan nichts. Sie ruft vielmehr zur Gelassenheit auf. «Wir sollten jetzt erst einmal den 31.3. abwarten», sagte Freitag am Dienstag.

Schließlich wisse man nach diesem Datum genau, wieviele Anträge eingegangen seien. «Spekulationen mit Zahlen sind bereits in der Vergangenheit in die Hose gegangen», sagte Freitag. Wie die SPD-Politikerin hinzufügte, sei es aufgrund der Dauer des Verfahren zudem schwierig, zum jetzigen Zeitpunkt eine Fristverlängerung ins Parlament einzubringen.

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Sportschauen
Zu weiteren Sportschauen
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Vor dem Nordderby in der Bundesliga: 
Olic und Wiese begraben das Kriegsbeil
Nach dem Spiel ist vor dem Gottesdienst: 
Zé Roberto plant Karriere als Pastor
 
Champions League, 4. Spieltag: 
Effiziente Bayern punkten in Florenz
Werder rutscht tiefer in die Krise: 
«... dann müssen wir uns von Spielern trennen»
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Zur Autogazette
Aus anderen Ressorts

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.