20. Okt 2002 12:40
Jenapharm hat im Streit um eine Beteiligung am Doping-Opfer-Hilfefonds eingelenkt. Der Pharmabetrieb wird 25.000 Euro zahlen.
Der Pharmabetrieb Jenapharm hat im Streit um eine Beteiligung am Doping-Opfer-Hilfefonds eingelenkt und eine Zahlung von 25.000 Euro angekündigt, berichtet «Focus» in seiner neuesten Ausgabe. Das Geld soll der Beratungsstelle des Doping-Opfer-Hilfevereins zukommen, die seit August 2002 die Geschädigten des DDR-Sports betreut.«Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings kann das nur der Anfang sein. Bei den vielen Ansprüchen der Dopingopfer muss geprüft werden, ob neben Schering weitere Pharmabetriebe Geld geben müssen», sagte der ehemalige Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, Friedhelm Julius Beucher (SPD), am Sonntag.
Bisher ist der Bund mit zwei Millionen Euro der größte Geldgeber für die Dopingopfer. 20.000 Euro steuerte der Deutsche Sport-Bund (DSB) bei. Benötigt werden nach Angaben des Vereins rund acht Millionen Euro, um den 500 schwer geschädigten ehemaligen Leistungssportlern ausreichend helfen zu können. Etwa 300 Geschädigte haben sich bereits an die Beratungsstelle gewandt, darunter sollen sich 18 Kinder von Sportlern befinden, die behindert zur Welt kamen.
Jenapharm gehört seit 2001 zum Schering-Konzern und soll in der DDR als Volkseigener Betrieb (VEB) Dopingmittel hergestellt haben. Der Thüringer Landesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, Jürgen Haschke, hatte verlangt, dass sich Jenapharm mit einer Millionen Euro an dem Hilfefonds beteiligen müsse. (nz)