29.01.2010
Herausgeber: netzeitung.de
'54, '74, '90, 2010? Die deutschen Fans hoffen auf den vierten WM-Titel
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Zwei Großereignisse - die Winterspiele in Vancouver und die Fußball-WM in Südafrika - lassen die Herzen der Sportfans im kommenden Jahr schneller schlagen. Doch die nächsten 12 Monate halten noch viele weitere Höhepunkte bereit.
Das Sportjahr 2010 ist gespickt mit Höhepunkten. Die Olympischen Winterspiele im Februar in Vancouver und einen Monat «Fußball satt» bei der Weltmeisterschaft im Sommer in Südafrika überstrahlen die vielen Top-Events, bei denen deutsche Spitzensportler welt- oder europaweit um Medaillen und Titelehren kämpfen. Ob die mehr als 150 Olympia-Teilnehmer, die 23 Elite-Kicker im DFB-Kader oder Einzelsportler wie Formel-1-Rückkehrer Michael Schumacher & Co. - für alle gilt: Sie streben im kommenden Jahr in ihren Sportarten mit Macht an, die Größten zu werden.
Die Asse des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) haben bei der ersten WM-Endrunde auf afrikanischem Boden den vierten Titel im Visier nach 1954, 1974 und 1990. «Selbstverständlich wollen wir versuchen, so weit wie möglich zu kommen und das Turnier zu gewinnen», betonte Bundestrainer Joachim Löw. Die Ausgangslage für die Veranstaltung vom 11. Juni bis 11. Juli ist günstig, denn Kapitän Michael Ballack & Co. treffen in der Vorrunde als Favoriten auf Australien, Ghana und Serbien. «Eine deutsche Mannschaft kann nicht mit dem Ziel antreten, nur die Gruppenphase zu überstehen. Das wird daher auch nicht unser Anspruch sein», betonte Löw, stellte jedoch im gleichen Atemzug klar: «Das Ziel, Weltmeister zu werden, haben aber viele Mannschaften.»
Hockey-Herren wollen WM-TripleHohe Ziele verfolgen auch die Wintersportler, die sich nach 1988 in Calgary zum zweiten Mal in Kanada zu Olympischen Spielen treffen. Vom 12. bis 28. Februar fallen in Vancouver (Eis-Wettbewerbe) und im verschneiten Whistler 86 Entscheidungen. Dabei will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) seine Position als Wintersport-Land Nummer 1 verteidigen. «Das wird ein heißer Tanz», glaubt DOSB- Präsident Thomas Bach. 2006 in Turin war Deutschland im Olympia- Medaillenspiegel mit 11 Gold-, 12 Silber- und 6 Bronze-Medaillen Erster vor den USA (9-9-7) und Österreich (9-7-7) gewesen.
Bei Weltmeisterschaften wollen diverse deutsche Athleten ihre Vormachtstellung untermauern. Als Erste sind die Eisschnellläufer bei der Sprint-WM in Japan an der Reihe. Im März in Neu Delhi peilen Deutschlands Hockey-Herren, die 2002 den Titel erstmals geholt und 2006 erfolgreich verteidigt haben, das Titel-Triple an. «Mit einem stark verjüngten Team wird das eine große Herausforderung», betonte Bundestrainer Markus Weise. Auch die erfolgsverwöhnten Kanuten (im August in Posen), Turner (im Oktober in Rotterdam), Ruderer (im November in Lake Karapiro/Neuseeland) und Fechter (Anfang November in Paris) wollen gegen allerdings sehr starke Konkurrenz bei ihren WM- Herausforderungen die sportlichen Höhenflüge fortsetzen.
Handballer kämpfen um EM-GoldDeutschlands Handball-Weltmeister kämpfen im Kontinental-Vergleich Ende Januar in Österreich um Europameister-Ehren. Die Paarlauf- Weltmeister Aljona Savschenko/Robin Szolkowy sind in Tallinn bei der Eiskunstlauf-EM und ein paar Wochen später in Turin bei der WM im Einsatz. «König Fußball» regiert schon vier Monate vor der Südafrika- WM, wenn am 7. Februar in Warschau die Qualifikations-Gruppen für die Euro 2012 in Polen und der Ukraine ausgelost werden. Im April in Minsk möchte Gewichtheber-Olympiasieger Matthias Steiner erneut der Stärkste sein, während sich bei der Europameisterschaft in Leipzig (16. bis 22. Juli) die Fechter den Heimvorteil zunutze machen wollen.
Während wie alljährlich die Tennis-Cracks in Wimbledon und die Radsportler bei der Tour de France im Juli ihre Highlights erleben, ermitteln die Leichtathleten in Barcelona (27. Juli bis 1. August) ihre Besten in Europa. Bei der Schwimm-EM in Budapest vom 4. bis 15. August reist Doppel-Olympiasiegerin und -Weltmeisterin Britta Steffen an den Ort, an dem 2006 ihr Stern mit vier Titeln aufging. Im neuen, textilen Schwimm-Anzug, der 2010 die High-Tech-Outfits ablöst und die Weltrekord-Flut beendet, muss sich die Berlinerin ebenso neu beweisen wie Doppel-Weltmeister Paul Biedermann. Und Anfang Dezember wollen Deutschlands Handballerinnen dem «starken Geschlecht» nacheifern, um bei der EM in Dänemark und Norwegen eine gute Rolle zu spielen.
Schumi-Comeback überstrahlt Formel-1-SaisonNach dem in diesem Jahr verpassten WM-Titel will Formel-1-Fahrer Sebastian Vettel 2010 ganz oben stehen. Beim Saisonauftakt am 14. März in Bahrain wird jedoch das Comeback des siebenmaligen Weltmeisters Michael Schumacher im Mittelpunkt stehen, der neben Nico Rosberg den Silberpfeil des deutschen Automobilbauer Mercedes steuern wird. In der Formel-1-Saison, die nach diesmal 19 Rennen im November endet, gehen bislang sechs deutsche Fahrer an den Start. (Thomas Prüfer und Marc Zeilhofer, dpa)