«Er hat alles falsch gemacht»:
Dimitrenko noch nicht reif für Klitschko
05.07.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Nicht der einzige Treffer, den Dimitrenko (r.) gegen Chambers schlucken musste
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Schwergewichtshoffnung des Universum-Boxstalls hat in Hamburg zum ersten Mal seine Grenzen aufgezeigt bekommen. Statt Dimitrenko darf sich nun dessen Gegner auf einen Kampf gegen Wladimir Klitschko freuen.
Statt Blumen gab es Prügel zum Ehrentag: Wenige Minuten vor seinem 27. Geburtstag musste Schwergewichts-Boxer Alexander Dimitrenko die erste Niederlage seiner Profi-Karriere hinnehmen und wurde brutal aus allen WM-Träumen gerissen. Im WM-Ausscheid der WBO unterlag der in Hamburg lebende Ukrainer in seiner Wahlheimat Samstagnacht dem Amerikaner Eddie Chambers nach Punkten (111:116, 109:117, 113:113). 6000 Zuschauer in der Color-Line-Arena sahen, wie Dimitrenko zweimal angezählt wurde und nur knapp dem K.o. entging. Am Ende feierte das faire Publikum den flinken Amerikaner. «Das war nicht mein bester Tag. Ich entschuldige mich», stammelte Dimitrenko deprimiert, das Gesicht verbeult und in ungesunden Farben schimmernd.
«Sascha muss härter werden. Ihm fehlt einiges»Bei allem Schmerz sollte der Ukrainer aber für ein wertvolles Geburtstagspräsent dankbar sein: Der schwere Gang gegen Doppel-Champion Wladimir Klitschko bleibt ihm nun erspart. Sein Landsmann mit «dem linken Stahlhammer» hätte ihn vermutlich zermalmt. «Sascha ist physisch noch nicht soweit. Er muss härter werden. Ihm fehlt einiges», resümierte Manager Klaus-Peter Kohl. «Bisher war er ja nur erfolgreich und hat geglaubt, es geht immer so weiter. Das war eine echte Standortbestimmung. Jetzt wissen wir, wo Sascha steht.» Der seit acht Jahren andauernde behutsame Aufbau des 2,01 Meter großen Hünen wird fortgesetzt. «Mit Schwergewichtlern muss man Geduld haben», meinte Kohl.
«Wie kann man vor einem 94-Kilo-Mann weglaufen?»Wie der 16 Zentimeter kleinere und 20 Kilogramm leichtere Chambers den favorisierten Rivalen durch den Ring trieb, war überraschend und eindrucksvoll zugleich. Seinem Kampfnamen «The Fast» machte Chambers alle Ehre: Blitzschnell schlug er zu, überwand die Größendifferenz spielend. Schwerfällig blieb dagegen Dimitrenko, der überhaupt keine Linie fand. «Sascha hat alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann. Wie kann man vor einem 94-Kilo-Mann weglaufen?», fragte Teamkollege Luan Krasniqi verwundert. Chambers freut sich derweil auf Klitschko und mehr noch auf eine pralle Börse. Vermutlich im nächsten Frühjahr soll das Duell gegen den Weltmeister über die Bühne gehen. «Das war die richtige Vorbereitung auf die Gala gegen Klitschko», sagte der 27-Jährige aus Philadelphia. «Der Kampf kann kommen.» (dpa)