03.07.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Haas kann Federer nicht ärgern
Tommy Haas hat die Sensation verpasst und ist im Halbfinale von Wimbledon gegen Roger Federer ausgeschieden. Der Deutsche war dem Favoriten lange Zeit ebenbürtig, doch die «Big Points» machte der Champion.
Die sensationelle Rasen-Saison von Tommy Haas ist beendet. Im Halbfinale der All England Championships unterlag der 31-Jährige erwartungsgemäß dem fünfmaligen Wimbledon-Champion Roger Federer in 2:02 Stunden mit 6:7 (3:7), 5:7 und 3:6. Schon bei den French Open hatte der Wahl-Amerikaner gegen den Weltranglisten-Zweiten den Kürzeren gezogen. Auch wenn Haas vor 15.000 Zuschauern auf dem Centre Court kein Satzgewinn gelang, bot er seinem Freund wie vor einem Monat in Paris über weite Strecken ein Duell auf Augenhöhe. In den entscheidenden Momenten war Federer allerdings immer Herr der Lage. «Er hat die Big Points gemacht – und ich nicht. Das ist der Unterschied gewesen», sagte Haas nach dem Spiel.
Der Schweizer hat nun im Endspiel am Sonntag die Chance, zum sechsten Mal in Wimbledon und seinen 15. Grand-Slam-Titel insgesamt zu gewinnen und damit alleiniger Rekordhalter zu werden. Im Finale trifft Federer auf den Sieger der Partie zwischen dem hochgewetteten Schotten Andy Murray und dem Amerikaner Andy Roddick.
Nach dem grandiosen Erfolg gegen Novak Djokovic im Viertelfinale hatte Haas die Hoffnung geäußert, den haushohen Turnierfavoriten «ein bisschen ärgern» zu wollen. Dies gelang dem Sieger des Rasenturniers von Halle/Westfalen bei strahlendem Sonnenschein an der Church Road zwar nicht wirklich, doch er hielt die Partie gegen mit seinem starken Aufschlag offen. Im ersten Satz gab es keinen einzigen Breakball, die Entscheidung fiel im Tiebreak. Dort hatte Federer nach einem leichten Fehler von Haas drei Satzbälle und nutzte gleich den ersten.
Kein einziger Breakball für HaasDer zweite Durchgang verlief über weite Strecken ähnlich ausgeglichen. Erst beim Stand von 5:4 erarbeitete sich der Schweizer den allerersten Spielball bei Aufschlag des Gegners. Doch Haas wehrte diesen Satzball ebenso konzentriert ab, wie den zweiten beim Stand von 6:5 für Federer. Beim dritten Satzball setzte Haas eine Vorhand ins Aus und gab auch den zweiten Satz an den fast fehlerfrei agierende Rasenkönig ab.
Auch im dritten Satz änderte sich das Bild kaum. Bei den ersten drei Aufschlagspielen gab es nicht einen Punktgewinn für den Rückschläger, danach erarbeitete sich Federer ein immer deutlicheres Übergewicht. Im achten Spiel musste der Wahl-Amerikaner Haas vor den Augen seiner Freundin Sara, die in der gleichen Box saß wie Federers Ehefrau Mirka, seinen Aufschlag zum zweiten Mal abgeben. Das war die Entscheidung. Im Eiltempo gewann «Fed-Express» das anschließende Aufschlagspiel und damit die Partie. (nz)