Formel 1 - Hoffnung in Deutschland:
«Die Sache ist zeitkritisch»
01.07.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Träger deutscher Formel-1-Hoffnungen: Bernie Ecclestone
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Stadt ist ausgestiegen und die Verluste nehmen nicht ab. Doch nun macht Bernie Ecclestone dem Hockenheimring wieder Hoffnung auf Formel-1-Rennen, schließlich hat er selbst investiert.
Die Zuversicht für eine Formel-1-Zukunft auf dem Hockenheimring ist nach einem weiteren Gipfeltreffen mit Bernie Ecclestone weiter gewachsen, doch eine Lösung sollte nicht mehr all zu lange auf sich warten lassen. «Die Sache ist zeitkritisch», sagte der Geschäftsführer Finanzen der Hockenheim-Ring GmbH, Karl-Josef Schmidt. Eine Entscheidung könnte eventuell in diesem Monat fallen. In der Regel wird mit der konkreten Vorbereitung und Bewerbung spätestens ein Jahr vor einem Rennen begonnen.
Nach einem Treffen mit Rechtemitinhaber Bernie Ecclestone sei man aber «recht zuversichtlich», dass das Rennen im kommenden Jahr wie geplant stattfinden und der Traditionskurs in Nordbaden auch darüber hinaus die Formel-1-Fans anlocken kann. «Es ist ein erkennbarer Wille von Herrn Ecclestone da, die Formel 1 auf dem Hockenheimring zu halten», sagte Schmidt.
VerlustgeschäftEr warnte aber auch ausdrücklich vor Spekulationen über Lösungsmöglichkeiten, nachdem die Stadt Hockenheim als 94-prozentiger Hauptanteilseigner der GmbH in der vergangenen Woche den Ausstieg beschlossen hatte. «Das wäre kontraproduktiv», betonte Schmidt. Aufgrund des prognostizierten Defizits von sechs Millionen Euro für 2010 hatte der Gemeinderat jüngst einstimmig die Notbremse gezogen. 2008 hatte der Grand Prix auf dem Kurs, der 1970 erstmals und seitdem insgesamt schon 31 Mal Austragungsstätte für die «Königsklasse» des Motorsports war, für einen Verlust von 5,3 Millionen Euro gesorgt.
Seit 2006 wechseln sich der Hockenheimring und der Nürburgring aus finanziellen Gründen jährlich ab. In anderthalb Wochen ist der Kurs in der Eifel an der Reihe. Möglich ist, dass auch dort die Gespräche - zuletzt waren neben Schmidt auch dessen Geschäftsführer-Kollege Georg Seiler und Hockenheims Oberbürgermeister Dieter Gummer in London dabei - weiter geführt werden.
49 Jahre TraditionEcclestone selbst signalisierte bereits mehrfach seine Bereitschaft, dem Hockenheimring, der nach eigenem Bekunden einzig mit der Formel 1 rote und ansonsten durchgängig schwarze Zahlen schreibt, wohl mehr als nur Starthilfe zu geben. «Es ist eine Zeitlang her, dass ich mit einer großen Investition involviert war in den Hockenheimring. Ich würde es daher nicht gerne sehen, wenn er von der Formel-1-Bildfläche verschwinden würde», hatte Ecclestone bereits vor der laufenden Saison gesagt. Die Gefahr, dass im kommenden Jahr erstmals seit 1960 kein Formel-1-Rennen im Land von Rekordweltmeister Michael Schumacher und der neuen Titelhoffnung Sebastian Vettel ausgetragen werden könnte, ist aber noch nicht ganz gebannt. (Jens Marx, dpa)