Der Rücken macht nicht mehr mit: 

netzeitung.deBernd Schneider hört auf

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Mach's gut, Schnix: Bernd Schneider hört auf (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Mach's gut, Schnix: Bernd Schneider hört auf
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Der «weiße Brasilianer» tritt von der Fußballbühne ab. Nationalspieler Bernd Schneider ist dem Rat der Ärzte gefolgt und hat seine aktive Laufbahn beendet. Bayer Leverkusen macht dem Mann ohne Titel ein Abschiedsgeschenk. Mit Video.

Am 33. Spieltag der abgelaufenen Saison stand Bernd Schneider beim Sieg von Bayer Leverkusen über Borussia Mönchengladbach nach 13-monatiger Verletzungspause zum ersten Mal wieder bei einem Bundesligaspiel auf dem Platz. Jetzt ist klar: Der von den Fans frenetisch gefeierte Kurzeinsatz am 16. Mai 2009 war der letzte Auftritt des 35-jährigen Mittelfeldspielers als aktiver Fußballer. Am Freitag verkündete Schneider sein Karriereende. Bei einer ärztlichen Nachuntersuchung wurde festgestellt, dass die Rückenmarksverletzung, die er im April 2008 bei einem Sportunfall erlitten hatte, die Fortsetzung seiner Laufbahn unmöglich macht.

«Ich trage Verantwortung für meine Familie»
«Ich habe seit diesem Unfall gesundheitliche Probleme. Mit meiner Entscheidung folge ich den Ratschlägen der Fachärzte», sagte Schneider, der seit 1999 für Bayer 04 bei 269 Bundesliga-Einsätzen 39 Tore erzielte. «Diese Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen, ich trage aber Verantwortung für meine Familie.»

Seine erste Bundesliga-Saison absolvierte Schneider im Trikot der Frankfurter Eintracht in der Spielzeit 1998/99. Danach wechselte er vom Main an den Rhein zur Werkself. Für seinen Heimatverein Carl Zeiss Jena stand «Schnix», wie Schneiders Spitzname lautet, 124-mal in der Zweiten Liga auf dem Platz. «In Jena habe ich das Einmaleins des Fußballspielens gelernt. In den 15 Jahren beim FC Carl Zeiss habe ich einfach alles erlebt, alle Höhen und Tiefen durchgemacht», sagt der gebürtige Jenenser auf seiner offiziellen Website.

Zufrieden auch ohne Titel
Mit dem «weißen Brasilianer», wie Schneider seit der Fußball-WM 2002 in Japan und Südkorea voller Hochachtung genannt wurde, tritt einer der herausragendsten Fußballer Deutschlands nach der Wiedervereinigung ab. Bundestrainer Joachim Löw bedauerte den Rücktritt und würdigte den Stellenwert des 81-fachen Nationalspielers im DFB-Team: «Über viele Jahre hinweg war er ein wichtiger Spieler unseres Teams, der großen Anteil an vielen Erfolgen hatte. Die spielerischen Qualitäten von Bernd und seine überraschenden Aktionen im Mittelfeld waren von enormer Bedeutung für die Nationalmannschaft.»

Obwohl er nie einen Titel gewinnen konnte, blickt der Filigrantechniker mit Zufriedenheit auf seine Karriere zurück. «Sicher wäre es toll gewesen, einmal einen Pokal oder die Meisterschale in Händen zu halten. Aber es stört mich nicht so sehr. Wir waren oft nahe dran, doch es hat nie ganz gereicht, dass wir den ganz großen Erfolg feiern konnten», sagte Schneider in einem Interview auf der Homepage des Deutschen Fußballbundes (DFB). Die Weltmeisterschaften 2002 in Asien und 2006 im eigenen Land bezeichnete der gebürtige Jenenser als Höhepunkte seiner Laufbahn.

Abschiedsspiel im neuen Stadion
Zu den bittersten Momenten gehört neben den verpassten Titeln mit Bayer Leverkusen und der Nationalmannschaft sicherlich das jüngste DFB-Pokalfinale der Werkself gegen Werder Bremen. Obwohl das Leverkusener Wechselkontingent noch nicht ausgeschöpft war, verweigerte Trainer Bruno Labbadia dem Sympathieträger einen Kurzeinsatz und damit den verdienten Abschied vor einer würdigen Kulisse. Jetzt müssen die Fußballfans in Deutschland für immer ohne den Zauberer auskommen.

Seinem Verein Bayer Leverkusen wird Schneider dennoch erhalten bleiben. «Ich will mich im Bayer-Management etwas umschauen, in der Scouting- und Jugendabteilung. Genaues ist bisher nicht geregelt. Dazu ist die Entscheidung zu schnell und kurzfristig gefallen», so Schneider auf dfb.de, «ich habe Rudi Völler und Wolfgang Holzhäuser ja erst gestern mündlich informiert, dass ich als Spieler aufhören muss. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass sie mir gleich spontan angeboten haben, bei Bayer 04 eine neue Aufgabe zu übernehmen.» Zudem wird Bayer für Schneider nach Fertigstellung der neuen BayArena ein Abschiedsspiel ausrichten. Über das Wann und Wie wird in den kommenden Wochen entschieden. (nz/dpa)



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