Vor dem Treffen des FIA-Weltrats: 

netzeitung.deMosley rüstet zur nächsten Schlacht

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Will sich nicht verdrängen lassen: Max Mosley (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Will sich nicht verdrängen lassen: Max Mosley
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Der Kampf um Zukunft die Formel 1 nimmt von Tag zu Tag absurdere Züge an. Eigentlich wollen alle das Gleiche, doch die Egos von alten, machtbesessenen Männern verhindern jeglichen Kompromiss.

Max Mosley hat unmittelbar vor der Weltratssitzung in Paris seine Gefolgschaft gegen die rebellierenden Formel-1-Teams eingeschworen. «Es liegt einzig und alleine an den Mitgliedern der FIA, ihre Führung auf demokratische Art und Weise zu wählen - und keinesfalls an der Automobilindustrie und noch viel weniger an den Personen, die von der Industrie mit der Leitung der Rennteams beauftragt worden sind», schrieb der umstrittene Präsident des Internationalen Automobilverbandes FIA einen Tag vor dem neuerlichen Showdown an der Seine in einem Brief an alle Mitgliedsclubs. Damit machte der Brite klar, dass er sich dem Druck der acht FOTA-Teams nicht beugen will.

Kein Fuß breit den «Dissidenten-Teams»!
Mosley schwärzt die acht Teams in dem Brief unverhohlen an und wirft ihnen vor, die Macht übernehmen zu wollen. «Formel-1-Teams, die den fünf der bedeutenden Autoherstellern gehören, haben eine Organisation gegründet, die FOTA heißt, ihr Zweck ist es, die regulierende Funktion in der Formel 1 zu übernehmen», so Mosley in der Einleitung seines Brief. Er verweist zudem auf eine Statement der europäischen Automobilvereinigung ACEA, die eine Neuordnung der FIA- Struktur gefordert hatte.

«In den vergangenen Wochen wurde zunehmend klar, dass eines der Ziele der Dissidenten-Teams ist, dass ich als Präsident zurücktrete», schrieb Mosley. «Ich muss nun überlegen, ob meine ursprüngliche Entscheidung, nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung zu stehen, tatsächlich die Richtige war», erklärte er mit Verweis auf das Mandat, das ihm von den Mitgliedsverbänden übertragen worden war. Eine Vertrauensabstimmung hatte er nach der Sex-Videoaffäre mit deutlicher Mehrheit im Juni 2008 für sich entschieden.

Rede des Ferrari-Chefs womöglich entscheidend
Selbst einen Tag vor der Sitzung des 26-köpfigen Weltrats ging es hin und her. Nach Informationen der «Times» könnte Mosley auf eine erneute Kandidatur verzichten. Voraussetzung dafür: Der seit 1991 «regierende» Mosley fühlt sich von den Rebellen der Teamvereinigung FOTA nicht mehr attackiert. Entscheidend dürfte daher die mögliche Rede von Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo sein - Gegner Nummer eins, und das nicht erst nach Mosleys These, dass die Formel 1 auch ohne die Marke aus Maranello überleben könne. Sollte indes der nationale Verbandschef Italiens, Luigi Macaluso, sogar einen Misstrauensvotum gegen Mosley beantragen, wird der FIA-Chef - in bekannter Manier - mit Trotz reagieren.

Kein Präsident könne sich erlauben, die Angriffe der «Dissidenten-Teams» unbeantwortet zu lassen, schrieb Mosley in seinem Brief an die insgesamt 222 FIA-Mitglieder. Nachdem der Jurist am Sonntag von den via FIA-Mitteilung zuvor angekündigten rechtlichen Schritten gegen die abtrünnigen acht in der FOTA vereinten Teams Ferrari, McLaren- Mercedes, BMW-Sauber, BrawnGP, Renault, Toyota, Red Bull und Toro Rosso wieder Abstand genommen hatte, meinte er nun, dass die FIA diese vorbereite, um ihre Rechte an der WM zu wahren.

«Direkte Herausforderung der Struktur der FIA»
«Dies ist ein Angriff auf das Recht der FIA, die Formel-1- Weltmeisterschaft zu regulieren, aber, schlimmer noch, es ist eine vollständig ungerechtfertigte Kritik und eine direkte Herausforderung der Struktur und Zwecke der FIA», befand Mosley in dem Schreiben. Die jetzige Diskussion habe sich an dem Versuch der FIA entzündet, die Kosten einzudämmen.

Allerdings: Auch die Teams wollen sparen. Strittig ist der Weg. Mosley will, vor allem um neue Teams anzulocken, eine Budgetobergrenze von 45 Millionen Euro. Die Rennställe selbst setzen auf eine schrittweise Reduzierung der Kosten, nicht aber auf einen Radikalkurs à la Mosley, der die Mehrkosten durch ständige Regeländerungen in den vergangenen Jahren eigentlich immer unerwähnt lässt. Unzählige Treffen, ob am Londoner Flughafen Heathrow oder an diversen Rennstrecken dieser Welt, blieben ergebnislos. Von Woche zu Woche verhärteten sich die Fronten, ehe der Konflikt mit der Ankündigung einer eigenen Rennserie der FOTA-Teams gipfelte.

Mosley setzt auf die unabhängigen Teams
«Ohne die unabhängigen Teams hinge die WM gänzlich von den Automobilherstellern ab, die, natürlich, schon immer gekommen und gegangen sind, wie es ihnen passte», meinte Mosley in seinem Brief, der wohl auch als klares Werben für ein mögliches Vertrauensvotum verstanden werden kann. Dass aber allen voran Wortführer Ferrari seit Beginn der Formel-1-WM der FIA 1950 mit an Bord ist, unterschlug Mosley. Wie lange sich potenzielle Neueinsteiger USF1, Epsilon Euskadi oder Campos halten können, ist indes offen. So wie der Ausgang des neuerlichen Showdowns an der Seine. (Jens Marx, dpa)