Bundesliga-Splitter: 

netzeitung.deZoff bei den Bayern, Krise beim HSV

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Hat Großes vor: Felix Magath (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Hat Großes vor: Felix Magath
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In München tritt Lukas Podolski ebenso wie Jürgen Klinsmann nach und Lucio möchte «keine Sekunde mehr für die Bayern spielen». Magath will schon wieder «Meister werden», beim HSV herrscht Chaos.

Die vergangene Saison war eine der spannendsten Spielzeiten in der Bundesligageschichte. Das zeigen auch die nun von der Deutschen Fußball Liga (DFL) veröffentlichten Zuschauerzahlen. Zum achten Mal in Folge stieg die Zahl der Stadionbesucher und kletterte auf den Spitzenwert von 12.822.484 – durchschnittlich verfolgten rund 42.000 Zuschauer die Spiele live auf den Tribünen. «Wir sind stolz, dass der deutsche Profifußball weltweit erneut die meisten Zuschauer anzieht», freut sich DFL-Geschäftsführer Christian Müller. Noch macht die Liga Sommerferien, doch auch in der fußballfreien Zeit sorgt sie für viel Gesprächsstoff.

FC Bayern München

Beide gehören zwar nicht mehr zum FC Bayern, aber Lukas Podolski und Jürgen Klinsmann sorgen dennoch bei den Münchnern für Schlagzeilen. «Er hat mich gar nicht richtig wahrgenommen», machte der wieder zum 1. FC Köln zurückgekehrte Stürmer seinem Ärger nochmals Luft. Podolski bemängelte zudem, dass er für Klinsmann nur wichtig gewesen war, wenn sich andere verletzt hatten. Bei Manager Uli Hoeneß bedankte er sich hingegen: «Er hat ein bisschen als Freund agiert.»

Klinsmann hatte Recht, sagt Klinsmann
Auch Jürgen Klinsmann meldete sich zu Wort und findet, «dass die Bayern im Nachhinein meiner Analyse gefolgt sind». Er meint damit die Personalpolitik des Rekordmeisters mit etlichen Neuzugängen, die er sich selber wohl auch gewünscht hätte. «Es zeigt überdeutlich, dass offensichtlich nicht der Trainer alleine schuld war», wollte er noch mal die Dinge gerade gerückt wissen. Dennoch stand der FC Bayern in der vorletzten Saison mit fast demselben Kader 34. Spieltage an der Spitze der Bundesliga, unter Klinsmann nicht ein einziges Mal.

Damit sich das ändert, haben die Bayern schon viel getan. Neben Trainer Louis van Gaal haben schon sechs neue Spieler an der Säbener Straße unterschrieben. Und mit Jose Bosingwa vom FC Chelsea soll mindestens noch ein weiterer dazu kommen. Doch mehr als mögliche Neuzugänge sind die Bayern gerade mit ihrem derzeitigen Kader beschäftigt. Während Lucio als Kapitän mit der brasilianischen Nationalmannschaft derzeit beim Confed-Cup für Furore sorgt, steht er bei Bayern-Coach van Gaal angeblich auf der Streichliste.

Lucio ist stinksauer
«Ich habe da ein paar Sachen gehört. Sobald ich in Brasilien bin, werde ich mit meinem Berater austauschen», reagierte Lucio verärgert und drohte: «Wenn der Coach denkt, andere seien besser, spiele ich keine Sekunde mehr für die Bayern.» Während der Fall Lucio noch für viele Spekulationen taugen wird, ist der Abschied von vier anderen Spielern besiegelt. Andreas Ottl, Christian Lell, José Ernesto Sosa, Breno und Tim Borowski sollen gehen.

Werder Bremen

«Natürlich ist Tim sehr enttäuscht», sagte Borowskis Berater Jörg Neubauer. Doch in seinem Fall könnte es mit einem Wechsel sehr schnell gehen. «Das wäre eine interessante Geschichte», war von Neubauer zu hören. Denn der Nationalspieler selbst könne sich eine Rückkehr zu den Hanseaten sehr gut vorstellen. Das grün-weiße Trikot von Werder trug der 29-jährige Mittelfeldspieler schon von 2000 bis 2008.

VfL Wolfsburg

Sturer Veh
Auch beim Meister soll Tim Borowski im Gespräch sein. Denn der neue Trainer Armin Veh will den Konkurrenzkampf im Mittelfeld verschärfen. Mit dem Dänen Thomas Kahlenberg ist schon ein neuer Mann für die Offensivzentrale vom AJ Auxerre gekommen. Doch das heißeste Thema in der Autostadt ist der Sturm. «Wir werden Edin Dzeko nicht verkaufen», bleibt Veh stur. «Es wäre das Dümmste, wenn wir unsere Besten abgeben würden», ergänzt er und will mit Blick auf Meisterschaft und Champions League gar noch einen weiteren Hochkaräter für den Angriff verpflichten. Klaas-Jan Huntelaar und Javier Saviola (beide Real Madrid) und Peter Crouch vom FC Portsmouth werden gehandelt. Ob man allerdings im Fall Dzeko hartnäckig bleiben kann, ist fraglich. Denn der Spieler selbst will offenbar zu seinem «Traumverein» AC Mailand und die Rossoneri bieten bis zu 30 Millionen Euro für einen Wechsel.

Aber auf Armin Veh kommt noch mehr Arbeit zu. Nicht nur weil er ebenso wie sein Vorgänger Felix Magath in dreifacher Funktion als Trainer, Manager und Geschäftsführer tätig ist, sondern weil ihm Magath einen viel zu großen 40-Mann-Kader hinterlassen hat. «Ich möchte mit 23 bis 26 Spielern in die Saison gehen», sagt Veh.

FC Schalke 04

Magath will wieder
Felix Magath ist ja nun bekanntlich beim Revierklub – ebenfalls in Dreifachfunktion: Trainer, Manager und Präsidiumsmitglied. Am Montag wurde er offiziell vorgestellt und schmierte dem Traditionsklub eine gehörige Portion Honig ums Maul. «Jeder, der Erfolg will, kann keinen besseren Verein finden als Schalke 04», macht sich der 55-Jährige wohl selber Mut. Denn «selbstverständlich ist der Titel das Ziel», setzt sich Magath selbst unter Druck. Dafür will er den Klub «neu orientieren und umstrukturieren».

Nun ja, Auf Schalke muss Magath eben woanders ansetzen. Denn im Vergleich zu seinem Wolfsburger Engagement sind die finanziellen Möglichkeiten doch eher bescheiden. Bisher einziger Neuzugang ist Jan Moravek, der für 1,5 Millionen von Bohemians Prag gekommen ist. Der 19-Jährige soll das offensive Mittelfeld verstärken. Ansonsten ist Magath damit beschäftigt das Personal zu halten, vor allem Manuel Neuer. «Er ist der beste Torwart Deutschlands», lobt Magath den 23-Jährigen.

Hamburger SV

Offener Machtkampf
Die Probleme des HSV kennt Felix Magath als Alleinherrscher nicht. Bei den Norddeutschen ist ein offener Machtkampf zwischen dem Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann und Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer entflammt. Der Streitpunkt ist die Transferpolitik des Bundesligisten, der zwar bis zu 16 Millionen Euro in der Schatulle hat, bisher aber noch keinen neuen Spieler präsentierte. «Es gibt unterschiedliche Bewertungen der letzten Saison», bestätigte Hoffmann. Für den Wochenanfang ist eine Krisensitzung mit dem Personalausschuss des Aufsichtsrats geplant, der die beiden Vorstände anhören wird und schlichten soll.

Beiersdorfer berichtete, dass es «unterschiedliche Auffassungen sowohl in der Arbeitsweise als auch in der Abgrenzung der Kompetenzbereiche» gibt. Diese seien «auf der Ebene des Vorstands» nicht mehr zu regeln gewesen. Nun sollen die Räte vermitteln, denn das Handtuch werfen will keiner. Eine Lösung sollte alsbald gefunden werden, denn der neue Trainer Bruno Labbadia hat bestimmt auch ein paar Ideen, wie man 16 Millionen Euro ausgeben kann. (nz/dpa)