Formel 1 - Fragen an den Sieger von Silverstone: 

netzeitung.deVettel: «Es war wie Slalomfahren»

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Sorgt für Spannung: Sebastian Vettel (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Sorgt für Spannung: Sebastian Vettel
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Mit seinem Sieg in Silverstone hat der Heppenheimer Sebastian Vettel die Formel 1 wieder spannend gemacht. «Es war ein Traum», spricht er über das Rennen, aber auch über die Zukunft der Königsklasse.

Der Doppelerfolg von Red Bull beim Grand Prix von Großbritannien war für Sieger Sebastian Vettel «fantastisch». Denn es war das Heimrennen von Seriensieger Jenson Button. Hier spricht der 21-Jährige über seinen Erfolg, den Weltmeistertraum und den schwelenden Konflikt zwischen Fia und Fota.

Sie sind souverän zum Sieg gefahren. War es so leicht, wie es aussah?

Vettel: Es ist niemals leicht. Es war langes Rennen. Man muss die ganze Zeit die Augen offen halten.

Wie lief das Rennen für Sie?

Vettel: Ich hatte ein fantastisches Auto. Unglaublich. Es war ein Traum. Ich hatte volles Vertrauen in das Auto. Der Schlüssel war ein guter Start. Im ersten Stint habe ich versucht, Runde für Runde alles aus dem Auto raus zu quetschen und mir einen Puffer zu verschaffen. Das hat sich ausgezählt. Ich musste im zweiten Stint dann Geduld haben, als ich einige Autos überrunden musste. Es war wie Slalomfahren und etwas schwierig. In den letzten zehn Runden war es dann leicht. Ich habe jede Runde runtergezählt. Es ist ein Traum, hier zu gewinnen.

Was bedeutet der Sieg für Ihr Team Red Bull?

Vettel: Dieses Kurs ist toll für unsere Autos. Wir haben einen großen Schritt nach vorn gemacht. Für das Team, dessen Werk in Milton Keynes nur einen Katzensprung vor hier entfernt ist, ist es ein Traumergebnis. Es zeigt das, wir auf den richtigen Weg sind.

Ausgerechnet beim Heim-Grand Prix von WM-Spitzenreiter Jenson Button haben Sie den Titelkampf spannend gemacht. Trotzdem hat das Publikum Sie gefeiert.

Vettel: Es war fantastisch. In meinen letzten zwei Runden habe ich nach links und recht geschaut und gesehen, dass die Zuschauer standen und klatschten. Ich hätte ihnen am liebsten gewunken. Aber das habe ich doch besser gelassen.

Wie bewerten Sie Ihre Chancen, in der zweiten Saisonhälfte Button noch den Titel streitig zu machen?

Vettel: Ich denke, Jenson hat in allen acht Rennen bisher sehr starke Leistungen gezeigt und es verdient, da zu stehen, wo er ist. Er hat einen komfortablen Vorsprung. Aber wir tun alles. Wir arbeiten hart. Wir müssen jede einzelne Chance nutzen, damit es noch klappen kann. Die Saison ist noch lang. Alles kann passieren.

An diesem Wochenende wurde viel über Politik und den Fia/Fota-Streit geredet. Eine Spaltung der Formel 1 ist möglich. Was muss getan werden, um die Formel 1 zu retten?

Vettel: Wir Fahrer sind alle im gleichen Boot. Wir wollen mit den besten Autos in den besten Teams gegeneinander fahren. Das macht die Attraktivität der Formel 1 aus. Doch für mich zählt vor allem, mich darauf zu konzentrieren, was mit mir auf der Strecke und mit meinem Auto passiert. Das Letzte, was wir Fahrer aber wollen, ist, zu lange Ferien haben. Wir wollen gegeneinander fahren.

(Aufgezeichnet: Claas Hennig, dpa)