15.06.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Das Leipziger Zentralstadion
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Im Leipziger Zentralstadion soll schon in wenigen Jahren wieder Profi-Fußball gespielt werden. Der sportbegeisterte Getränkehersteller ist bei einem sächsischen Verein eingestiegen und investiert dort in großem Stil.
Die Tristesse im Leipziger Fußball soll ein Ende haben. Nach mehreren vergeblichen Anläufen steigt Red Bull nun doch in den deutschen Fußball ein und will der Gründungsstadt des Deutschen Fußball-Bundes (1900) Flügel verleihen. Das Getränke-Unternehmen des österreichischen Milliardärs und Formel-1- Rennstallbesitzer Dietrich Mateschitz und der neue Verein Rasenballsport Leipzig gaben am Samstag ihre Zusammenarbeit bekannt. Mit dem in der Oberliga Süd startenden Klub peilt Red Bull mittelfristig den Aufstieg in den deutschen Profifußball an.
«Wir wollen dabei helfen, dem Fußball in dieser Region wieder den Stellenwert zu geben, den er verdient. Red Bull kommt nicht nach Leipzig, um etwas wegzunehmen, ganz im Gegenteil», sagte Markus Egger, Geschäftsführer Red Bull Soccer. Die Verträge sind vor kurzem unterzeichnet worden, die Detail-Planungen beginnen in den nächsten Tagen. Der Trainingsauftakt von RB Leipzig ist für Anfang Juli avisiert. In Salzburg und New York kooperiert die Marke bereits mit zwei Fußball-Vereinen.
100 Millionen in zehn JahrenIn der Oberliga Süd trifft RB Leipzig in der kommenden Saison auf die Leipziger Traditionsvereine und Rivalen FC Sachsen und 1. FC Lokomotive Leipzig, die sich selbst große Chancen auf den Red Bull-Einstieg ausgerechnet hatten. Doch aufgrund der Insolvenz des FC Sachsen und der häufigen Ausschreitungen bei Lok hatte sich der Getränke-Konzern für eine Zusammenarbeit mit dem SSV Markranstädt entschieden, der seine Spielklassen-Zugehörigkeit mit Zustimmung des Sächsischen Fußball-Verbandes auf den Verein Rasenballsport Leipzig e. V. übertragen hatte.
Die Bemühungen in den vergangenen Jahren, einen Verein zu haben, der bereits mit der Marke direkt identifiziert wird, wie im Nachbarland bei Red Bull Salzburg, scheiterten an den Statuten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Daher war die Namensgebung auch immer der Hauptgrund, in Deutschland noch keinen Partner gefunden zu haben. Red Bull möchte in den kommenden zehn Jahren 100 Millionen Euro in den neuen Verein, der weiterhin eng mit dem Lizenzgeber SSV Markranstädt kooperiert, investieren.
Namensrechte am Zentralstadion schon reserviertDer Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) gab dem neuen Leipziger Klub am Samstag auf seiner Sitzung «Grünes Licht». Der Vorstand des NOFV stimmte diesem Antrag, unter Voraussetzung der Erfüllung von Auflagen, zu. «Der Verein muss die erforderliche Anzahl an Schiedsrichtern sowie Jugendmannschaften nachweisen», meinte NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs.
Die Leipziger, die 1903 mit dem VfB den ersten deutschen Fußball-Meister stellten, werden die kommende Oberliga-Saison noch im Markranstädter «Stadion am Bad» (5500 Zuschauer) austragen und dann nach dem angepeilten Regionalliga-Aufstieg ins Zentralstadion umziehen. Auch eine Namensänderung der WM-Spielstätte von 2006 mit dem Firmen-Logo ist weiterhin ein Thema. Red Bull hat sich die Namensrechte bei Stadionbesitzer Michael Kölmel, der das Geschäft zwischen den Makranstädtern und den Österreichern auch eingefädelt hat, bereits bis 2030 reserviert.
Gegner beschädigen Makranstädter Stadion«Eine Weltfirma steigt ein, was kann es Besseres geben», meinte Holger Nussbaum, Manager des SSV Markranstädt, in einem Interview mit der «Leipziger Volkszeitung» und betonte: «Ohne lokale und regionale Bezüge ist das Vorhaben RB Leipzig schwierig umzusetzen. Das ist allen klar. Bislang haben sich doch viele Unternehmen zurückgehalten, weil sie im Fußball keine Aussicht auf Erfolg sahen. Mit Red Bull eröffnen sich neue Möglichkeiten.»
Doch es gibt auch Widerstände gegen die Zusammenarbeit. In den vergangenen Tagen wurden im Stadion des SSV Makranstädt Werbebanden mit Anti-Red-Bull-Parolen beschmiert und der Rasen mit Unkrautvertilgunsmittel beschädigt. (dpa/nz)