Ex-Profi kommt als Meistertrainer: 

netzeitung.deSoldo übernimmt die Geißböcke

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Zurück in der Bundesliga: Zvonimir Soldo (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Zurück in der Bundesliga: Zvonimir Soldo
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Das große Stühlerücken der Bundesliga-Trainer ist beendet. Nach dem überraschenden Abschied von Christoph Daum wird Zvonimir Soldo Chefcoach beim 1. FC Köln und verspricht: «Ich weiß schon, was ich hier machen werde.»

Zvonimir Soldo soll den 1. FC Köln in eine erfolgreiche Zukunft führen. Der 41 Jahre alte Kroate tritt beim Fußball-Bundesligisten die Nachfolge des abgewanderten Cheftrainers Christoph Daum an. Soldo bekommt bei den Rheinländern einen Vertrag bis zum 30. Juni 2011. Für ihn ist es im deutschen Fußball die erste Position als Chefcoach. Co-Trainer des ehemaligen Erstliga-Profis des VfB Stuttgart wird Michael Henke.

Slomka bleibt außen vor
Daum hatte in der vergangenen Woche seinen Kontrakt mit dem FC mittels einer Option vorzeitig gekündigt. Er steht vor einem Engagement bei Fenerbahce Istanbul. Soldo war zuletzt als Coach von Dinamo Zagreb Meister und Pokalsieger in Kroatien geworden, hatte aber trotz dieser Erfolge den Rücktritt vollzogen.

Damit ist die große Trainerrochade in der Bundesliga beendet. In den vergangenen Wochen hatten bereits Bayern München (van Gaal), der VfL Wolfsburg (Veh), Schalke 04 (Magath), der HSV (Labbadia), Bayer Leverkusen (Heynckes), Eintracht Frankfurt (Skibbe) und Borussia Mönchengladbach (Frontzeck) neue Übungsleiter für die nächste Saison verpflichtet.
Da sich die Kölner etwas überraschend für den Trainernovizen Soldo entschieden haben, bleibt Mirko Slomka, der zuletzt stets mit auf der Kandidatenliste der suchenden Vereine stand, weiterhin ohne Traineramt in der ersten Liga.

Start in eine neue Ära
Zum Schluss ging es am Kölner Geißbockheim ganz schnell: Alle Gremien des Bundesliga-Premierenmeisters (1964) erteilten Grünes Licht für Soldo, der «absoluter Wunschkandidat» des FC war. Am Freitagmorgen, zehn Tage nach Daums überraschender Demission, waren alle Unklarheiten beseitigt, und der FC meldete den Vollzug. Mit der sich am Donnerstag anbahnenden Entscheidung für den jungen, «unverbrauchten» Fußball-Lehrer wendet sich der Klub vom Trainer- Establishment ab und schlägt einen neuen Kurs ein.

Mit dem Kroaten startet der FC in eine Ära, die für den neuen starken Mann auf der Trainer-Kommandobrücke mit der ersten Übungseinheit am 25. Juni beginnt. Dann stößt auch der «verlorene Sohn» des FC, Lukas Podolski, wieder zu seinem Stamm-Verein. Mit dem Nationalstürmer, dem Karlsruher Angreifer Sebastian Freis und einem intakten Team, das die Aufstiegs-Saison 2008/2009 als Tabellen- Zwölfter beendet hatte, findet Soldo Verhältnisse vor, die für einen Aufbruch sprechen könnten.

«Ich gehe meinen eigenen Weg»
Bei seiner offziellen Vorstellung am Freitag formulierte Soldo klare Ziele: «Wir wollen mehr Punkte holen als in der vergangenen Saison, und wir wollen zu Hause eine Macht werden». Daums Fußstapfen sind ihm dabei nicht zu groß: «Nein. Ich schätze Daum als absoluten Fachmann, aber ich gehe meinen eigenen Weg.»

Dass die Prämissen für Soldo nicht einfach sind, bekannte der langjährige Kapitän des VfB Stuttgart frank und frei: «Als Aufsteiger hast du es im zweiten Jahr immer schwer.» Doch zusammen mit dem neuen Co-Trainer Michael Henke und Rückkehrer Lukas Podolski will er sich der Aufgabe stellen: «Lukas ist eine Riesen-Verstärkung. Und wir haben hier ein tolles Stadion, ein tolles Publikum. Für mich ist das eine große Herausforderung. Ich weiß schon, was ich hier machen werde.»

Henke kommt aus München
Soldo ist im deutschen Fußball ein alter Bekannter. Von 1996 bis 2006 war er Spieler des VfB Stuttgart. Er bestritt für die Schwaben 301 Erstliga-Partien, in denen er 15 Tore erzielte. Mit dem VfB wurde er 1997 deutscher Pokalsieger. Für die kroatische Nationalmannschaft absolvierte Soldo 61 Spiele und wurde 1998 bei der Weltmeisterschaft in Frankreich Dritter.

Nach seiner aktiven Karriere legte Soldo in Köln die Ausbildung zum Fußball-Lehrer ab. 2006 wollte ihn der FC noch als Spieler verpflichten, nachdem Soldo in Stuttgart keinen neuen Kontrakt mehr bekommen hatte. 2007 übernahm er die U 19 von Dinamo Zagreb und wurde Anfang 2008 zum Chefcoach befördert. Der 52 Jahre alte Henke war zuletzt beim FC Bayern München als Chefanalytiker und Leiter der Spieler-Beobachtung tätig. (dpa/nz)