Trainer verteidigt seinen Abschied aus Köln:
Daum will «nochmal groß angreifen»
10.06.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Mit großen Augen zu neuen Zielen: Christoph Daum
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
«Als das größte Risiko» seines Lebens bezeichnet Christoph Daum seinen Wechsel im Jahr 2006 zum 1. FC Köln. Den Schritt, die Domstädter jetzt zu verlassen, findet er «korrekt» und kritisiert zudem Matthias Sammer.
Sein Abschied traf nicht nur die Anhänger des 1. FC Köln überraschend. Christoph Daum musste sich für diese Entscheidung viel Kritik einstecken. Nun wehrt er sich gegen den Vorwurf des Vertragsbruchs. «Ich und das betone ich hier in aller Deutlichkeit habe mich absolut korrekt verhalten. Ich habe meinen Vertrag nicht gebrochen, sondern eine Klausel in Anspruch genommen, die nun mal existiert hat», so der 55-Jährige.
«Erhobenen Hauptes» könne er Köln verlassen, weil er «ein bestelltes Feld hinterlassen» habe. «Jetzt war der Punkt da, wo ich gemerkt habe, dass ich dem FC unter den gegebenen Voraussetzungen nicht mehr helfen kann. Wenn andere das als unmoralisches Verhalten bezeichnen, sollen sie das gern tun», rechtfertigte sich Daum.
«Jeden Tag mit Herzblut»Dass er den 1. FC Köln im November 2006 in der 2. Liga übernommen habe, sei für ihn «das größte Risiko» seines Lebens gewesen. Daum habe seinerzeit Vereinen abgesagt, die in der Champions League gespielt hätten. Er habe jetzt andere Ambitionen, nur sei in Köln «kurzfristig nicht mehr drin». «Ich musste mich fragen, ob mir die Wertschätzung lieber ist als die Chance, noch einmal groß anzugreifen». Er sei beim 1. FC Köln, mit dem er 2008 wieder in die Bundesliga aufgestiegen war, «jeden Tag mit Herzblut» dabei gewesen.
«Jetzt gibt es eine neue Herausforderung», beschrieb Daum seine neue Aufgabe, ohne jedoch konkret zu werden. Er wird mit dem 17-maligen türkischen Meister Fenerbahce Istanbul in Verbindung gebracht. Dort soll er angeblich 3,5 Millionen Euro je Saison erhalten. Seinen eigenen Wechsel und die einiger Kollegen nach dem Saisonende verteidigte er auch gegenüber DFB-Sportdirektor Matthias Sammer. Daum mahnte an, dass «jetzt nicht eine bestimmte Berufsgruppe an den Pranger» gestellt werde sollte. Sammer hatte in der vergangenen Woche moniert, dass die Kündigungen Daums oder von Martin Jol beim Hamburger SV «verheerende Folgen» für die Vorbildwirkung haben könnten. Für Spieler und Berater sei künftig «Tür und Tor geöffnet, sich nicht mehr moralisch an Vereinbarungen zu halten», befürchtet der 41Jährige einen Sittenverfall im Fußball. (nz/dpa)