09.06.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Im Streit zwischen Fia und Fota ist noch kein Ende in Sicht
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Am Freitag endet die Frist zur Einschreibung zur Formel-1-Saison 2010. Doch die Konfliktparteien entfernen sich immer weiter voneinander: Fia-Chef Max Mosley provoziert - Fahrer und Rennställe drohen.
Auf den ersten Blick hätte man den Brief des Fia-Präsidenten Max Mosley an die Vereinigung der Formel-1-Teams Fota als Entgegenkommen werten können. «Sobald wir die Liste der eingeschriebenen Teams haben, können wir unter Voraussetzung der Zustimmung aller Mannschaften die Regeln anpassen», zitierten
autosport.com und
motorsport-total.com übereinstimmend aus dem Schreiben.
Doch was nach einem Friedensangebot klingt, verschärft den Streit um die neuen Regeln für die Saison 2010. Die noch acht in der Fota verbliebenen Teams - Williams und Force India hatten sich ohne Bedingungen für 2010 eingeschrieben und wurden daher ausgeschlossen lehnen die Budgetobergrenze von etwa 45 Millionen Euro strikt ab. Und genau an diesem Punkt werden die Zeilen Mosleys an die Fota zur Provokation.
Mosley verlangt Bedingungslosigkeit«Wenn sie teilhaben möchten, dann sollten Sie uns nun mitteilen, dass ihre Einschreibung nicht an Bedingungen geknüpft ist», richtet sich der Fia-Präsident an die Rennställe Ferrari, BrawnGP, Toyota, BMW-Sauber, McLaren-Mercedes, Renault, Red Bull und Toro Rosso. Würden sich die Teams jedoch vorbehaltlos einschreiben, hätten diese in dem seit Wochen tobenden Machtkampf allerdings kein Druckmittel mehr.
Und diese Möglichkeit wollen sich die rebellierenden Teams nicht nehmen lassen. Vielmehr bleiben auch sie auf Konfrontationskurs und drohen dem Internationalen Automobilverband Fia. «Mit den Regeln, so wie sie jetzt sind, sind wir weg, warnte Toyota-Pilot Jarno Trulli, Sprecher der Fahrer-Gewerkschaft GPDA. Und der amtierende Weltmeister Lewis betonte nochmals den absoluten Zusammenhalt aller Fahrer und Rennställe: »Ich stehe bei meinem Team unter Vertrag und werde gehen, wohin sie gehen. So ist das eben. Das gilt für alle Fahrer«, sagte der McLaren-Mercedes-Pilot.
Totalcrash nicht mehr auszuschließenEs scheint, die Formel 1 steuere auf den Totalcrash zu. Denn was wäre die Königsklasse des Motorsports, die der Fia jährlich viel Geld in die Kassen spült, ohne Namen wie Ferrari oder McLaren-Mercedes. Selbst wenn Fia-Chef Mosley beteuert, dass sich mindestens zehn neue Teams für einen der maximal dreizehn Plätze im kommenden Jahr beworben hätten. Rennställe wie Campos, Lola oder Prodrive bringen wenig Glamour mit und haben keine Zugkraft.
An diesem Freitag will die Fia nun die 26 Startplätze für die neue Saison an 13 Teams vergeben. Bis dahin müsste eine Einigung her. Doch da bisher das ganze Gegenteil den Konflikt bestimmt, wird eine eigene »Piratenrennserie« der großen Rennställe immer wahrscheinlicher. (nz/dpa)