Privatleben statt 1. Bundesliga: 

netzeitung.deDer «Club» verliert seinen Präsidenten

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Abgang mit Wehmut: Michael A. Roth (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Abgang mit Wehmut: Michael A. Roth
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach insgesamt 19 Jahren an der Spitze des 1. FC Nürnberg verlässt Michael A. Roth die große Fußballbühne und tritt als Präsident zurück. Er hat das «vorgegebene Ziel erreicht» und nun soll der Verein umstrukturiert werden.

Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Mit diesem Motto hat sich Michael A. Roth von der großen Fußballbühne verabschiedet. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa tritt er als Präsident des 1. FC Nürnberg mit sofortiger Wirkung zurück. Und er kann ruhigen Gewissens gehen, denn nach dem siebten Bundesligaaufstieg hinterlässt er einen «erstklassigen» Club.

«Mit dem Aufstieg habe ich das mir selbst vorgegebene Ziel erreicht», nannte Roth die Gründe für seinen Abschied. Zudem sei «der Zeitpunkt gekommen, wo der Verein umstrukturiert werden soll». Nun heißt es für Roth Rückersdorf statt München, Hamburg oder Berlin. Dort lebt der 73-Jährige mit seiner Familie, der er jetzt mehr Zeit widmen wolle. Zudem will er sich mehr auf die Arbeit in seiner Textil-Firma ARO konzentrieren. Rund 140 Filialen umfasst seine Handelskette.

«Trainer-Killer»
Dem Verein stand Michael A. Roth seit 1994 zum zweiten Mal vor. Schon non 1979 bis 1983 hatte er den Club bereits geführt. Der größte Erfolg unter seiner Ägide war zweifellos der DFB-Pokalsieg im Jahr 2007. Kritiker warfen ihm oft seinen autoritären Führungsstil vor und bezeichneten ihn als «Trainer-Killer». In seiner ersten Amtszeit gab er gleich neun Fußballlehrern vorzeitig den Laufpass.

Die Ära Roth im Überblick
1980: Ein Jahr nach dem Start von Roths erster Amtszeit schafft der «Club» die Rückkehr in die Bundesliga und kann sich dort vier Jahre lang halten.

1983: Roths erste Amtszeit beim «Club» endet nach vier Jahren.

1994: Roth übernimmt wieder die Führung beim 1. FC Nürnberg.

1998: Die Franken melden sich wieder einmal in der deutschen Eliteliga zurück - allerdings erneut nur für ein Jahr.

2001: Wieder ruft die Bundesliga: Der «Club» bleibt zwei Jahre erstklassig.

2004: Erneut kehrt Nürnberg in die höchste deutsche Spielklasse zurück - und kickt dort vier Jahre.

2007: Der Klub wird DFB-Pokalsieger und feiert den größten Triumph seit fast 40 Jahren. «Das ist für den Verein und die ganze Region ganz wichtig, dass wir endlich wieder auferstanden sind aus den schweren und schlechten Zeiten», jubelt Roth.

2008: Nürnberg schlägt sich mit Bravour im Uefa-Pokal - und muss als amtierender Pokalsieger den erneuten Gang in die Zweitklassigkeit antreten.

2009: Der «Club» macht am Pfingstsonntag den siebten Bundesliga-Aufstieg seiner Vereinsgeschichte perfekt. Nur neun Tage später tritt Roth nach insgesamt 19 Jahren als Präsident des Traditionsvereins zurück.

(nz/dpa)