28.04.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Trifft und trifft und trifft: Maschine Messi
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Der FC Barcelona berauscht sich und seine Fans mit faszinierendem Offensivfußball. Doch innerhalb von fünf Tagen könnte «die beste Mannschaft Europas, ja der Welt», wie Guus Hiddink lobte, alles verspielen.
Die wohl derzeit beste Mannschaft Europas zeigt Nerven. In der spanischen Liga ist nach dem 2:2 beim FC Valencia der Vorsprung des FC Barcelona auf vier Punkte geschmolzen. Vor gut elf Wochen hatten die Katalanen noch zwölf Punkte Abstand zum Erzrivalen Real Madrid. Und nun kommt der FC Chelsea zum Halbfinal-Hinspiel der Champions League ins Nou Camp. Barca-Trainer Josep Guardiola ist sich der Situation bewusst: «Dies ist für uns die wichtigste Woche der Saison». Denn nicht nur die Londoner fordern den FC Barcelona heraus, am Sonnabend steht der «EL Clásico» an. Real Madrid wird im eigenen Estadio Santiago Bernabeu alles daran setzen, doch noch die Meisterschaft in die Hauptstadt zu holen.
Doch in Barcelona wollen sie große Spiele. «Für mich ist endlich der Zeitpunkt gekommen, die Champions League zu gewinnen», freut sich Lionel Messi auf das Duell mit dem FC Chelsea. Und Barca-Coach Guardiola hat eine besondere Eigenschaft bei seinem Starensemble ausgemacht: «Wir sind wie Maschinen». Doch Respekt haben sie schon. Vor allem Frank Lampard müsse ausgeschaltet werden, hieß es. «Nun müsst Ihr beweisen, dass Ihr die Besten seid», forderte das Fachblatt
Sport. Der FC Barcelona könne in dieser Woche entweder Geschichte schreiben oder am Ende mit dummen Gesichtern dastehen.
Hiddink mit HumorDer FC Chelsea geht selbstbewusst in das Spiel vor über 90.000 Zuschauern. «Ich habe das Match schon zweimal durchgespielt und nicht verloren», verriet Chelsea-Coach Guus Hiddink. Und fügte augenzwinkernd hinzu: «Ich sage aber nicht, wer für uns die Tore geschossen hat, sonst nehmen sie sie in doppelte Deckung.» Allerdings mangelt es Hiddink keineswegs an Respekt. Als «beste Mannschaft Europas, ja der Welt» bezeichnete der Coach, der seit seiner Amtsübernahme im Februar mit den Londonern nur eines von 15 Pflichtspielen verloren hat, den Gegner.
Doch nicht so sehr das Toreschießen, wohl eher das Toreverhindern könnte für Ballack & Co. im Nou Camp zum Problem werden. Ausgerechnet Ashley Cole, der designierte Messi-Bremser, ist im Hinspiel gesperrt. Für ihn soll der Portugiese José Bosingwa einspringen, der in den vergangenen fünf Wochen verletzungsbedingt aber nur 58 Minuten lang zum Einsatz kam und zudem eigentlich auf der rechten Seite zu Hause ist. «José wird gegen einen der am attraktivsten anzuschauenden Fußballer spielen», bestätigte Hiddink das Schlüsselduell.
Chelsea gestärkt«Barca ist womöglich den Druck nicht gewohnt, den wir ausüben können», hofft Stürmer Florent Malouda und verwies auf Chelseas glänzend herausgespielten 3:1- Sieg bei Liverpool im Viertelfinal-Hinspiel: «Das inspiriert uns.» Auch der zuletzt öfter unsichere Chelsea-Keeper Petr Cech ist guten Mutes. «Es ist eine schwere Aufgabe, aber wir sind für die Herausforderung bereit», sagte der tschechische Nationaltorwart, der beim 1:0-Sieg gegen West Ham mit einem gehaltenen Elfmeter Selbstvertrauen tankte.
Im Nou Camp dürfte der zuletzt geschonte Top-Stürmer Didier Drogba ebenso zur Startelf gehören wie Chelseas Mittelfeld-Stammtrio mit DFB-Kapitän Ballack, Michael Essien und Frank Lampard. Ballack wurde gegen West Ham 83 Minuten geschont, Essien blieb sogar ganz draußen. (nz/dpa)