Der Rekordmeister zieht die Reißleine: 

netzeitung.deFC Bayern feuert Klinsmann

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Klinsmann nach seinem Rauswurf (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Klinsmann nach seinem Rauswurf
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Heimniederlage gegen den FC Schalke 04 brachte das Fass zum Überlaufen: Jürgen Klinsmann wurde als Trainer des FC Bayern entlassen. Der Nachfolger steht auch schon fest - ein alter Bekannter in München.

Nach nur zehn Monaten ist Schluss: Das Projekt Jürgen Klinsmann und FC Bayern München ist beendet. Die Spieler hatten trainingsfrei, doch Jürgen Klinsmann kam dennoch um 9:23 Uhr auf das Vereinsgelände. In einem Gespräch mit dem Vorstand wurde der Trainer dann von seiner Entlassung unterrichtet.

Auf seiner Internetseite teilte der FC Bayern später offiziell mit: «Der Vorstand sah nach den letzten Ergebnissen die Mindestziele für diese Saison gefährdet und hat sich deshalb zu diesem Schritt entschlossen». Der deutsche Rekordmeister zog damit zwei Tage nach dem 0:1 gegen den FC Schalke 04 die Konsequenzen aus dem Rückschlag im Kampf um die deutsche Meisterschaft.

Klinsmann sieht sich nicht gescheitert
Klinsmann selbst zeigte sich in einer ersten Stellungnahme «sehr enttäuscht». «Trotzdem möchte ich mich von Herzen beim FC Bayern München, seinen Fans, den Trainern, den Spielern und den Mitarbeitern für eine ereignisreiche Zeit bedanken», erklärte der 44-Jährige. Als gescheitert sieht sich der Ex-Bundestrainer nicht. «Wir haben den Grundstein gelegt für die Zukunft. Ich glaube noch immer daran, dass die Mannschaft in dieser Saison deutscher Meister werden kann«, so Klinsmann weiter.

Der Nachfolger steht auch schon fest: Wie die Münchner bereits bestätigten, wird Jupp Heynckes als Interimstrainer das Team bis zum Saisonende betreuen. Er war schon von 1987 bis 1991 als Bayern-Coach tätig, zuletzt war er bis Januar 2007 Coach bei Borussia Mönchengladbach. Als Assistent steht Heynckes Hermann Gerland zur Seite, der die Drittliga-Mannschaft des FC Bayern trainiert. Auf einer Pressekonferenz am Dienstag wird Heynckes zusammen mit seinem Co-Trainer Gerland offiziell vorgestellt. Auch das Training wird der 63-Jährige am Dienstag leiten.

Teure Trennung
Der Vertrag von Jürgen Klinsmann hatte eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2010. Demnach wird die Trennung für den Rekordmeister teuer werden. Der 44-Jährige dürfte eine Abfindung in Millionen-Höhe erhalten. «Wir haben uns diese Entscheidung sehr schwer gemacht», versicherte Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge am Montag noch in einer Pressemitteilung. «Aber die Ergebnisse der vergangenen Wochen, die Art und Weise wie diese zustande kamen und vor allem die Situation fünf Spieltage vor Saisonende zwangen uns, aus Verantwortung dem Club gegenüber zu handeln.»

Auch für den Vorstand ist die vorzeitige Entlassung Klinsmanns ein großer Imageschaden. Klinsmann selbst verließ die Tiefgarage auf dem Vereinsgelände um 11.30 Uhr beinahe fluchtartig mit seinem Dienstwagen. (nz/dpa)