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Gute Chancen für Wolfgang Loitzl: 

Der «Ewige Zweite» vor dem Tourneesieg

05. Jan 2009 16:05
Der Favorit: Skispringer Wolfgang Loitzl
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Vor dem letzten Wettkampf der 57. Vierschanzentournee gilt der Österreicher Wolfgang Loitzl als Favorit. Sollte er nicht abstürzen, können ihm wohl nur noch zwei Konkurrenten gefährlich werden.

223 Springen musste Wolfgang Loitzl auf seinen ersten Weltcupsieg warten, nach einem Doppel-Erfolg innerhalb von drei Tagen winkt dem «Ewigen Zweiten» nun sogar der Tourneesieg. «Das ist ein sehr gutes Polster», sagte Loitzl vor dem letzten Springen am Dienstag in Bischofshofen. «Entschieden ist aber noch nichts.»

Mit seinem Triumph von Innsbruck baute er seinen Vorsprung auf den Schweizer Simon Ammann in der Gesamtwertung von 0,5 auf 15,8 Punkte aus und steht kurz davor, sich als erster Österreicher seit Andreas Widhölzl vor neun Jahren wieder die Krone der Skispringer aufzusetzen.

«16 Punkte sind viel. Gegen den Meister der Konstanz wird das schwer für Ammann», sagte Österreichs Sportdirektor Toni Innauer. Doch der Schweizer hat den Gesamtsieg trotz des herben Dämpfers noch nicht aufgegeben. «Ich glaube überhaupt nicht, dass ich die Tournee schon verloren habe», sagte der 27-Jährige kämpferisch.

«Ruhepol des Teams»

Vor dem letzten Wettkampf der 57. Vierschanzentournee auf der Paul-Außerleitner-Schanze spricht jedoch alles für Loitzl. «Natürlich war es eine Vorentscheidung», sagte Österreichs Trainer Alexander Pointner, zumal sich sein Schützling derzeit in der Form seines Lebens präsentiert. «Bis jetzt wollte ich immer gewinnen, jetzt weiß ich, ich kann gewinnen», sagte Loitzl, der am Innsbrucker Bergisel auch den Angriff seines Landsmannes Gregor Schlierenzauer konterte.

Der 18-Jährige schonte am Montag seine Kräfte und verzichtete auf eine Teilnahme am Training und an der Qualifikation. «Nach Garmisch dachte ich, es ist keine Steigerung mehr möglich, aber auf heimischem Boden zu gewinnen, ist natürlich noch besser», sagte Loitzl.

Nicht nur sportlich tritt der zweifache Familienvater endgültig aus dem Schatten der österreichischen Youngster Schlierenzauer und Thomas Morgenstern. Auch in Sachen Showtalent steht Loitzl, den Pointner immer als «Ruhepol des Teams» bezeichnete, seinen Kollegen inzwischen in Nichts nach. Wie schon bei seinem Premierensieg am Neujahrstag in Garmisch-Partenkirchen küsste Loitzl auch am Sonntag den Schnee, ehe er im Helikopter mit dem Team nach Bischofshofen flog, um dort in einer Livesendung des ORF zu Gast zu sein.

Simon Ammann will angreifen

Den gestiegenen Medienrummel in Loitzls Heimat hatte Ammann vor dem Springen in Innsbruck als Vorteil für sich bezeichnet. Doch nicht der Österreicher, sondern Ammann selbst wirkte müde und belegte am Ende nur Rang acht. Zuvor hatte er in zehn Springen neunmal auf dem Podest gestanden und war einmal Fünfter geworden. «Wir werden in die Trickkiste der Physiotherapie greifen, um für das letzte Springen wieder den bestmöglichen Zustand hinzukriegen», sagte der Doppel-Olympiasieger von 2002.

Nach seinem Absturz von Innsbruck ist für Ammann der erste Sieg eines Schweizers bei der Traditionsveranstaltung aber in weite Ferne gerückt. Anstatt um den Gesamtsieg streiten sich Ammann und Schlierenzauer wohl nur noch um Rang zwei. Der junge Österreicher Schlierenzauer sieht sich dabei trotz 8,7 Punkten Rückstands im Vorteil. «Das Springen in Bischofshofen liegt mir. Die Schanze bebt wieder», sagte der 18-Jährige. (Lars Reinefeld/dpa)

 
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