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Krisen-Clubs schmeißen ihre «Störfaktoren» raus: 

Großes Ausmisten bei Schalke und Bochum

05. Jan 2009 14:28
Peter Lövenkrands (l.) und Albert Streit sind fortan nicht mehr im Kader
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Der eine Trainer trennt sich von seinem Kapitän, der andere sortierte gar vier Spieler aus: Beim FC Schalke und dem VfL Bochum hat das Aufräumen begonnen.

Die vermeintlichen Störfaktoren sind abgeschoben, mit Aufräumaktionen soll bei den kriselnden Fußball- Revierclubs FC Schalke 04 und VfL Bochum Ruhe einkehren. VfL-Trainer Marcel Koller suspendierte nur einen: den im Abstiegskampf erfahrenen Kapitän Thomas Zdebel. Gleich auf ein Quartett verzichtet künftig Kollers Schalker Kollege Fred Rutten: Albert Streit, Peter Lövenkrands, Carlos Grossmüller und Gustavo Varela spielen in den Planungen des Niederländers keine Rolle mehr. Auch Zé Roberto, der seinen Winterurlaub eigenmächtig verlängert hat, wird wohl nicht mehr in der Bundesliga auftauchen. «Seinen Äußerungen zufolge scheinen sein Herz und somit seine Zukunft nicht mehr an Schalke zu hängen», stellte Manager Andreas Müller fest.

«Zu schade» für die 4. Liga?

Die Mannschaft sei kein disziplinloser Haufen, hatte Müller vor der Winterpause noch geäußert. Doch mit dem Fernbleiben des brasilianischen Mittelfeldspielers Zé Roberto scherte erneut einer aus dem Kollektiv aus. Am ersten Trainingstag durften noch neun Profis entschuldigt fehlen, doch zu Beginn der Rückrunden- Vorbereitung schlägt Rutten einen härteren Kurs ein. Lövenkrands, Streit und Grossmüller werden nur noch mit der Schalker U 23 trainieren. Auch der Bochumer Zdebel wird im Regionalliga-Team des VfL erwartet. Der 35-Jährige kündigte im «Kicker» allerdings bereits an, sich «zu schade» für die vierte Liga zu sein.

Zé Roberto und Streit wurden in der Winterpause 2007/2008 in Gelsenkirchen noch als erstklassige Neuverpflichtungen gehandelt und sollten für eine Belebung des Offensivspiels sorgen - eine Verheißung, die sich die Königsblauen 5,5 Millionen Euro kosten ließen. Zwölf Monate später sind die Einkäufe auch angesichts der sportlich schwachen Bilanz mit Platz sieben in der Bundesliga und dem internationalen Aus abgeschrieben. «Wir haben weiterhin ehrgeizige sportliche Ziele in der Rückrunde zu erreichen», begründete Müller die personellen Maßnahmen. Der Vertrag mit Mittelfeldspieler Gustavo Varela aus Uruguay wurde rückwirkend zum 31. Dezember gelöst.

Zdebel äußerte über seine Versetzung in die Bochumer Regionalliga- Mannschaft seinen Unmut: «Ich habe nie eigene Interessen verfolgt. Auch in schweren Zeiten habe ich mich hinter den Trainer gestellt.» Die sportliche Führung des VfL hatte Zdebel mangelnde Loyalität vorgeworfen. «Ich bin sicher nicht fehlerfrei, aber was jetzt aufkommt, das ist schlicht und ergreifend erlogen. Da fühle ich mich betrogen und benutzt», erklärte Zdebel. (Von Florian Lütticke, dpa)

 
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