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Fußball International - Primera Division: 

«Real ist kaputt»

01. Dez 2008 14:19
Real ratlos in Getafe v.l.: Javier Saviola, Wesley Sneijder und Raul
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Die spanische Presse zerpflückt das Team von Real Madrid nach der Niederlage beim FC Getafe, zeigt aber Verständnis für Trainer Bernd Schuster. Die Konkurrenz mit dem FC Barcelona an der Spitze gewann unterdessen ihre Spiele.

Die Ruhe bei Real Madrid währte nur vier Tage. Nach der Qualifikation für das Achtelfinale der Champions League stürzte eine 1:3-Schlappe beim FC Getafe den spanischen Fußballmeister erneut in eine schwere Krise. «Dieses Team ist eine Ruine», titelte das Sportblatt «Marca» am Sonntag. Die Zeitung «El País» brachte die Misere der «Königlichen» auf den Nenner: «Real ist kaputt.»

Während die Madrilenen sich bei dem kleinen Vorstadtklub blamierten, landete der Titelrivale FC Barcelona einen 3:0-Sieg beim FC Sevilla. Damit bauten die Katalanen an der Spitze der Primera División ihren Vorsprung vor Real auf sechs Punkte aus. In der Tabelle fiel Real auf den vierten Platz zurück, weil am Sonntagabend noch der FC Villarreal und der FC Valencia am Titelverteidiger vorbeizogen. Villarreal gewann bei Recreativo Huelva mit 2:1 und ist nun mit vier Zählern hinter Barcelona Zweiter. Valencia setzte sich gegen Betis Sevilla mit 3:2 durch und schob sich auf Rang drei.

Es hätte schlimmer kommen können

Das Team von Trainer Bernd Schuster hatte in Getafe sogar noch Glück, dass es beim Tabellen-14. nicht noch übler unter die Räder kam. Sogar der Schiedsrichter schien Mitleid mit Real zu haben: Er versagte Getafe zwei Elfmeter und ersparte Pepe die Rote Karte, indem er über eine «Notbremse» des Abwehrchefs gnädig hinwegsah.

Schuster versuchte Reals Darbietung bei seinem Ex-Klub gar nicht erst schön zu reden: «Getafe spielte spektakulär und hätte mehr Tore erzielen können.» Aus den Worten des Trainers klang fast schon Resignation heraus: «Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass wir in Getafe nichts ausrichten konnten. Von daher schmerzt mich die Niederlage auch nicht.»

van der Vaart «lächerlich»

Nicht einmal die vom Klubchef Ramón Calderón ausgelobte Sonderprämie von 120.000 Euro pro Spieler für sieben Siege in Folge konnte die Weißen beflügeln. «Adiós Prämie, adiós Barça», titelte das Sportblatt «As». Es wählte den Real-Profi Rafael van der Vaart zum schlechtesten Akteur auf dem Platz. «Es war eine Zumutung, wie er über den Platz trabte», schrieb das Blatt über den Ex-HSV-Kapitän. «Er trug zum Spiel nichts bei. Seine Freistöße waren lächerlich.»

Die Madrider Presse scheint sich fast schon damit abzufinden, dass Real in dieser Saison leer ausgehen könnte. «Mit diesem Kader ist nichts zu gewinnen», meint «As». «Man kann nur hoffen, dass der Leidensweg bald vorüber ist. Schuster hat mit seinen Warnungen zu Saisonbeginn Recht behalten.» Nach Ansicht von «Marca» dürfte auch ein Trainerwechsel Real kaum weiterhelfen. «Der Schuldige ist Fitness-Trainer Valter di Salvo», meinte das Blatt unter Hinweis auf die endlose Verletzungsserie. In Getafe verletzten sich mit Pepe, Wesley Sneijder und Miguel Torres drei weitere Spieler.

Eto'o und Messi lassen Barca jubeln

Während bei den «Königlichen» fast Untergangsstimmung herrschte, musste bei Barça Trainer Josep Guardiola die Euphorie dämpfen. «Das 3:0 in Sevilla war nur ein kleiner Schritt nach vorn. Der Meister steht noch nicht fest.» Als Held des Tages wurde der zweifache Torschütze Lionel Messi (79./90.)gefeiert. Allerdings glänzte der Argentinier erst in der Schlussphase, als die Sevillaner ihre Abwehr entblößten. Den Grundstein zum Barça-Sieg hatte Samuel Eto'o (19.) gelegt, der vor der Pause den Riegel der Andalusier geknackt hatte. (dpa)

 
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