Löws Neulinge : 

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Über den Dächern von Berlin: Die drei Neuen beim DFB (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Über den Dächern von Berlin: Die drei Neuen beim DFB
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Marcel Schäfer, Tobias Weis und Marvin Compper wollen sich nicht mit der Berufung in den erlauchten Kreis des DFB begnügen. Die Neulinge, die noch 2006 als Zuschauer bei der WM mitgefiebert hatten, hoffen nun auf einen Einsatz gegen England.

Drei Mann, ein Ziel: Nach der überraschenden Berufung von Joachim Löw wollen die Neulinge Marcel Schäfer, Tobias Weis und Marvin Compper Berlin unbedingt als «echte» Fußball-Nationalspieler wieder verlassen. «Über ein paar Minuten Einsatzzeit gegen England würden wir uns alle riesig freuen», erklärte Mittelfeldspieler Weis am Montag mit leuchtenden Augen nach seinem ersten Training mit Aushilfs-Kapitän Miroslav Klose & Co. in der deutschen Hauptstadt.

Am Wochenende waren die Hoffenheimer Weis und Compper (beide 23) sowie der ein Jahr ältere Wolfsburger Schäfer noch Gegner in der Bundesliga - nun verbinden sie dieselben Ziele und Träume. Und der Bundestrainer machte dem Trio sogar Hoffnungen, am Mittwochabend im Berliner Olympiastadion die 90 Minuten des Klassikers nicht nur als Zuschauer mitzuerleben. «Eine Einsatzchance gibt es auf jeden Fall», erklärte Löw, der allen drei Akteuren Potenzial und Perspektive in Richtung Weltmeisterschaft 2010 bescheinigte. «Wir glauben, sie sind in der Lage, die Dinge so umzusetzen, wie wir sie fordern.»

Vom Fan zum Hoffnungsträger
Bei der Heim-WM 2006 fieberten sie bei den Spielen der deutschen Mannschaft noch im Deutschland-Trikot auf der Tribüne (Schäfer, Weis) oder am Fernseher (Compper) mit. Zwei Jahre später sind sie plötzlich mittendrin, was insbesondere die beiden Hoffenheimer Aufsteiger so niemals erwartet hatten.

«Ich habe so schnell nicht damit gerechnet», gab Abwehrspieler Compper zu, der bereits als Jugendlicher den Adler auf der Brust tragen durfte, in der U 17, U 18 und U 20-Auswahl. «Die Nationalmannschaft war immer ein Traum von mir», betonte Compper: «Ich hoffe, dass ich am Mittwoch zum Einsatz kommen darf.»

Schäfers Chancen
Die besten Chancen des Trios hat eindeutig Schäfer, denn er ist in Abwesenheit von Philipp Lahm, Marcell Jansen und Christian Pander der einzige Links-Verteidiger in Löws Kader. Das weiß der schussgewaltige Wolfsburger zwar, aber Ansprüche leitet er daraus nicht ab. «In erster Linie freut man sich, dass man dabei ist», erklärte Schäfer.

Unter Felix Magath hat er sich beim VfL Wolfsburg enorm entwickelt, in den Trainingseinheiten will er sich nun auch Löw «anbieten» - ebenso wie der robuste Innendecker Compper und der nur 1,70 Meter große Mittelfeldrenner Weis, Spitzname in Hoffenheim: «Kampfquirl».

Kein Zufall
Löw betonte ausdrücklich, dass die Frischlinge «nicht zufällig» eingeladen wurden, etwa, weil Compper und Weis in Hoffenheim spielen, das im Moment mega-in ist.

Nein, alle drei passen in die Philosophie des Bundestrainers: Sie sind jung, entwicklungsfähig, körperlich stark und technisch beschlagen. Löw: «Alle drei sind in der Lage, technisch guten Fußball zu spielen.» Vielleicht schon gegen England. (dpa)