NBA-Stars in der O2-World:
Chris Paul begeistert beim Berlin-Gastspiel
15. Okt 2008 10:32
 |  «No-Look-Pass»: Chris Paul (r.) in Aktion | Foto: AP |
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Der Olympiasieger führt seine New Orleans Hornets in der neuen Halle zum Sieg über die Washington Wizards. Der Auftritt der Basketball-Stars in der Hauptstadt vor 13.000 Fans brachte das erwartete Spektakel und macht Lust auf mehr.
Beim Schaulaufen der NBA-Stars in Berlin ragte ausgerechnet der körperlich kleinste Akteur heraus und bot den Zuschauern beste Basketball-Unterhaltung. «Chris Paul hat eine Show abgezogen», sagte selbst der unterlegene Trainer Eddie Jordan von den Washington Wizards nach dem 96:80-Erfolg der New Orleans Hornets am Dienstagabend. Hornets-Coach Byron Scott meinte über den 1,83 Meter «kleinen» Olympiasieger: «Er ist der beste Spielmacher der Welt.»
Paul zauberte vor den 13.000 Fans zwei Viertel lang und leitete gleich zu Beginn einige spektakuläre Körbe ein. «Wir wussten nicht, was uns erwartet. Es hat eine Menge Spaß gemacht, Leute mit Trikots der Hornets im Publikum zu sehen», sagte der Publikumsliebling. Die Zuschauer sahen aber auch, dass selbst den Profis aus der besten Liga der Welt speziell in der Vorbereitung noch vieles daneben geht.
Von Berlin nach Barcelona
Besonders für die Wizards, denen ihre verletzten Stars Gilbert Arenas und Antawn Jamison fehlten, schien der Korb in der ersten Hälfte wie vernagelt. «Wir hätten gern besser gespielt, damit die Leute mehr Spaß haben», sagte Trainer Jordan, der für das zweite Vorbereitungsspiel beider Teams am Freitag in Barcelona auf eine Leistung wie in der besseren zweiten Hälfte hofft. Die neue Saison startet am 28. Oktober in Übersee, während die nordamerikanische Eishockey-Profiliga NHL vor kurzem mit jeweils zwei Partien in Prag und Stockholm ihre Vorrunde erneut in Europa begann. Ähnliches stellte NBA-Chef David Stern wie schon am vergangenen Sonntag in London noch vor 2012 in Aussicht, doch konkrete Pläne gibt es bislang nicht. Er hoffe, dass die Betreiber der neuen Berliner Halle mehr bieten würden als die Kollegen der britischen Hauptstadt. Auch die dortige Arena gehört der Anschutz Entertainment Group. Stern reiste von Berlin nach China weiter, wo die Golden State Warriors und die Milwaukee Bucks zwei Testspiele absolvieren.
Bahnhofshalle
Der Liga-Boss hält zwar weiter eine europäische NBA-Staffel für möglich. Doch dies bleibt angesichts der finanziellen Anforderungen nur eine Vision, die noch in weiter Ferne liegt. Für die 30 NBA-Teams werden allein zwei Milliarden Dollar an Gehältern gezahlt. Daheim gebe es derweil mehr Bewerber als Mannschaften, sagte Stern und betonte, die Liga sei trotz der Finanzkrise wirtschaftlich gesund. Angetan zeigte er sich von der neuen Berliner Arena zwischen Spree und Gleisanlagen. Das markante Pausen- und Schlusssignal erinnerte Stern an das Tuten einer amerikanischen Lok. Der NBA-Chef scherzte: «Ich bin beeindruckt von der Halle, auch wenn man das Gefühl hat, auf einem Bahnhof zu sein.» (dpa/nz)