11. Okt 2008 11:34
Nach Geldwäsche und Scheckbetrug in Millionenhöhe kommt nun Drogenhandel hinzu: Der ehemalige 100-Meter- Weltrekordler Tim Montgomery muss mehrere Jahre ins Gefängnis.
Am 30. April wurde der Amerikaner verhaftet und beschuldigt, 2007 in Virginia mehr als 100 Gramm Herion vertrieben zu haben. Im Juli hatte der 33-Jährige bereits vor Gericht ein Geständnis abgelegt. «Was wir hier sehen, ist jemand, der sein Leben zerstört und sich dafür entschieden hat, sämtliche ihm angebotene Hilfe zu ignorieren», betonte Staatsanwalt Eric M. Hurt. Montgomery, so der Jurist weiter, habe herausragende Fähigkeiten gehabt, sein Talent, die Anerkennung und das Geld, das letztlich mit diesen Fähigkeiten kam, jedoch vergeudet. Montgomerys Machenschaften flogen auf, als er Heroin an den Informanten einer Anti-Drogen- Agentur verkaufte und dabei laut Gerichtsunterlagen gefilmt worden sein soll. Insgesamt habe er viermal illegale Substanzen veräußert, so die Anklage. «Ich möchte mich für all das, was ich getan habe entschuldigen. Es tut mir leid für meine Freunde und Familie», sagte Montgomery.
Richter Friedman bezeichnete den einst schnellsten Mann der Welt als «total verantwortungslos» und spielte damit auf die vier Kinder an, die Montgomery mit vier verschiedenen Frauen - unter anderem mit Marion Jones - hat. Wie Jones war auch Montgomery in den Balco- Dopingskandal verwickelt. Im Dezember 2005 wurde ihm deshalb sein 100 Meter Weltrekord von 9,78 Sekunden aus dem Jahr 2002 aberkannt. Einen Tag später beendete er seine Karriere. (dpa)