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Schwergewichtstitelkampf in Berlin: 

Klitschkos Comeback gegen den «Alptraum aus Nigeria»

10. Okt 2008 15:09
Größer aber leichter: Vitali Klitschko (l.) und Samuel Peter
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Viel Verantwortung lastet auf den breiten Schultern des älteren der beiden Klitschko-Brüder. Mit einem Sieg gegen Samuel Peter könnte Vitali fast vier Jahre nach seinem bis dato letzten Fight den großen Traum der beiden Ukrainer wahr machen.

Jetzt wird es ernst: 1400 Tage nach seinem letzten Boxkampf steigt Vitali Klitschko wieder in den Ring. Der 37 Jahre alte Ukrainer gibt am Samstag (ab 22.25 Uhr/RTL) sein mit Spannung erwartetes Comeback und will bei der Rückkehr dem Nigerianer Samuel Peter den Schwergewichtstitel des Verbandes WBC abknüpfen.

Beim Wiegen am Freitag in Berlin wirkte Klitschko schon angespannter als in den vorangegangenen Tagen, auch wenn er behauptete: «Die Spannung steigt - aber nicht bei mir. Ich bin topfit, ich bin selbstbewusst. Man muss auf jeden Fall locker bleiben.»

«Wir werden morgen Spaß haben»

Klitschko wirkte nach seinen zahlreichen Verletzungen immerhin austrainierter als Peter, der in einem großen Sportartikel-Geschäft mit 115 Kilogramm drei Kilogramm mehr auf die Waage brachte - und das, obwohl ihn der 2,02 Meter große Klitschko fast um Haupteslänge überragt. Peter, der zunächst eine schwarze Kappe, eine Sonnenbrille und viel goldenes Geschmeide ablegen musste, machte sich nichts daraus: «Wir werden morgen Spaß haben», rief er den dicht gedrängt stehenden Box-Fans zu.

Beim üblichen tête-á-tête musste der einstige Fußballer, der nach einem Beinbruch im Jugendalter Boxer wurde, zu Klitschko aufschauen. Was er in Peters Augen gesehen hatte, konnte der Riese aus Kiew genau sagen: «Es wird kein einfacher Kampf. Er ist bereit.» Peter, der sich auf seiner Hompage als «The Nigerian Nightmare» bezeichnet, demonstrierte sein Selbstbewusstsein glaubhafter als der Wahl-Hamburger.

Trainer als Double

Eine Voraussage oder gar ein Siegversprechen verkniff sich der einstige Champion, der 2005 seinen Titel aus Verletzungsgründen niedergelegt hatte. Dank seines Ehrentitels «Weltmeister im Ruhestand», den ihm der WBC zuerkannte, darf er nun sofort um den WM-Titel boxen und dem großen Traum der Klitschko-Brüder nachjagen. Noch nie besaßen Geschwister gleichzeitig WM-Gürtel im Schwergewicht.

Wladimir, der Champion der Verbände IBF und WBO, hatte Peter vor drei Jahren dessen einzige Niederlage in 31 Profikämpfen beigebracht. «Es geht darum, Druck auf ihn auszuüben», sagte Wladimir und unterstrich die Rolle von Trainer Fritz Sdunek. «Er hat genau die gleiche Größe wie Peter. Fritz kennt ihn und kann Vitali wunderbar einstellen.» Der stiernackige Weltmeister kann allerdings eine Menge einstecken und gewann seinen bislang vorletzten Kampf, obwohl er dabei Bekanntschaft mit den Ringboden gemacht hatte.

Reichlich Prominenz am Ring

Der in 37 Profiduellen wegen einer Schulterblessur und einem Cut zweimal unterlegene Vitali Klitschko baut auch auf das Berliner Publikum. «Ich brauche die Unterstützung», betonte er. Die Veranstalter hatten für die mittlere Ticketkategorie in der O2-World zuletzt die Preise gesenkt, damit die neue Arena mit 12.500 Zuschauern ausverkauft ist. Eine dieser Karten kostete aber immer noch stolze 99 Euro.

Der übertragende Sender RTL will an die Übertragungen aus der Zeit von Henry Maske anknüpfen. Maske ist am Ring ebenso angekündigt wie Ex-Weltmeisterin Regina Halmich und Weltmeister Arthur Abraham. Für Box-Kompetenz während der Übertragung soll Ex-Europameister Luan Krasniqi garantieren. (dpa/nz)


 
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