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Tischtennis-EM in St. Petersburg: 

Boll und Süß im Halbfinale

10. Okt 2008 14:35
Nervenstark: Timo Boll (l.) und Christian Süß
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Gegen die Schweden Pär Gerell und Jens Lundqvist machten es die Titelverteidiger ganz spannend. Erst nach vier Matchbällen gegen sich schaffte das deutsche Doppel die Wende und sicherte sich damit bereits eine Medaille.

Das deutsche Parade-Doppel Timo Boll/Christian Süß steht bei der Tischtennis-Europameisterschaft im Halbfinale. Die Titelverteidiger gewannen am Freitag in St. Petersburg nach Abwehr von vier Matchbällen mit 4:3-Sätzen gegen Pär Gerell/Jens Lundqvist aus Schweden und haben damit die Bronzemedaille sicher. Im Kampf um den Einzug in das Endspiel treffen die beiden Düsseldorfer an diesem Samstag auf die Portugiesen Marcos Freitas und Tiago Apolonia.

Für Amelie Solja aus Saarlouis ging der Traum von EM-Edelmetall dagegen nicht in Erfüllung. Die 18-Jährige scheiterte im Damen-Doppel an der Seite der Tostedter Bundesligaspielerin Tatjana Kostromina (Weißrussland) in der Runde der letzen Acht. Das kurzfristig zusammengestellte Duo hatte klar mit 0:4 gegen Wenling Tan-Monfardini/Nikoleta Stefanova (Italien) das Nachsehen. Eine überraschende Medaille sicherte sich Paralympics-Siegerin Natalia Partyka an der Seite ihrer polnischen Teamkollegin Xu Jie.

Bolls innerer Schweinehund

Das Viertelfinale im Herren-Doppel war an Dramatik kaum zu überbieten. Die Favoriten Boll/Süß begannen unkonzentriert, hatten aber im vierten und fünften Satz das Geschehen scheinbar sicher im Griff. Eine Schwächephase von Süß brachte die Schweden ins Match zurück. Als Boll beim Stand von 7:8 im letzten Satz einen leichten Ball verschlug und Süß bei 10:10 einen zweiten Fehlaufschlag produzierte, hatten Gerell/Lundqvist vier Matchbälle. Doch die WM-Zweiten von 2005 behielten die Nerven und siegten mit 4:11, 11:8, 8:11, 11:7, 11:5, 8:11, 11:13.

«Die Schweden haben losgelegt wie die Feuerwehr. Ich kämpfe hier jedes Mal gegen den inneren Schweinehund an. Wir müssen auf die Zähne beißen», sagte Boll. Er hat im Einzel-Wettbewerb noch eine weitere Medaillenchance. «Man sieht, dass ich mich nicht wohl fühle. Als Titelverteidiger haben wir den Anspruch, besser zu spielen», meinte Süß. «Man darf nicht nur hadern, sondern auch die positiven Dinge sehen», sagte Bundestrainer Richard Prause im Anschuss an die spannende Partie. (dpa)

 
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