Das Viertelfinale im Herren-Doppel war an Dramatik kaum zu überbieten. Die Favoriten Boll/Süß begannen unkonzentriert, hatten aber im vierten und fünften Satz das Geschehen scheinbar sicher im Griff. Eine Schwächephase von Süß brachte die Schweden ins Match zurück. Als Boll beim Stand von 7:8 im letzten Satz einen leichten Ball verschlug und Süß bei 10:10 einen zweiten Fehlaufschlag produzierte, hatten Gerell/Lundqvist vier Matchbälle. Doch die WM-Zweiten von 2005 behielten die Nerven und siegten mit 4:11, 11:8, 8:11, 11:7, 11:5, 8:11, 11:13. «Die Schweden haben losgelegt wie die Feuerwehr. Ich kämpfe hier jedes Mal gegen den inneren Schweinehund an. Wir müssen auf die Zähne beißen», sagte Boll. Er hat im Einzel-Wettbewerb noch eine weitere Medaillenchance. «Man sieht, dass ich mich nicht wohl fühle. Als Titelverteidiger haben wir den Anspruch, besser zu spielen», meinte Süß. «Man darf nicht nur hadern, sondern auch die positiven Dinge sehen», sagte Bundestrainer Richard Prause im Anschuss an die spannende Partie. (dpa)