10.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
«The show must go on»: Siegerehrung beim Giro
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Bei der Tour de France wurden die Proben der Fahrer nachträglich auf das Epo-Derivat Cera geprüft - und das mit Erfolg und schwerwiegenden Folgen. In Italien lädt man stattdessen lieber den umstrittenen Rückkehrer Lance Armstrong ein.
Die Veranstalter des Giro d'Italia wollen Lance Armstrong einen Start im kommenden Jahr ermöglichen. Der Seriensieger der Tour de France sei in Italien willkommen. «Wir haben ihn eingeladen», bestätigte Giro-Direktor Angelo Zomegnan der «La Gazzetta dello Sport».
Der Amerikaner war im Laufe seiner so erfolgreichen wie umstrittenen Karriere noch nie beim Giro am Start. Für 2009 hatte er jedoch sein Debüt in Aussicht gestellt: «Ich würde den Giro gerne im nächsten Jahr fahren», hatte Armstrong Anfang des Monats erklärt. Da er seit drei Jahren kein Rennen mehr gefahren sei, könnten ihm einige Wettkampftage mehr zur Vorbereitung auf die Tour de France helfen, meinte der 37-Jährige.
Keine VerdachtsmomenteArmstrong, der kürzlich eine Nachkontrolle seiner Urin-Proben aus dem Jahr 1999 abgelehnt hatte, startet sein Comeback bei der Tour Down Under in Australien vom 20. bis 25. Januar 2009. In der kommenden Saison fährt der Texaner für das kasachische Astana-Team, wo er mit Vuelta-Sieger Alberto Contador um das Kapitänsamt konkurriert.
Nicht nur mit der Arglosigkeit gegenüber Armstrong sorgen die Verantwortlichen beim Giro in diesen für den Radsport so schwierigen Tagen für Verwunderung bei vielen Radsport-Experten. Fast naiv mutet das Verhalten der Italiener bei der Überprüfung von Dopingproben auf das Epo-Derivat Cero an. Für den Giro wird es keine nachträglichen Kontrollen auf Cera-Doping geben. «Das Anti-Doping-Labor in Rom hat keinen Cera-Dopingfall gefunden und auch keinerlei Verdachtsmomente festgestellt», erklärte Giro-Direktor Angelo Zomegnan.
UCI bestätigtDies habe der Radsport-Weltverband UCI bestätigt. Deshalb sei eine erneute Untersuchung der beim Giro genommenen Dopingproben überflüssig, sagte Zomegnan der «La Gazzetta dello Sport» (Freitag-Ausgabe).
Die Proben der Tour der France waren dagegen nach Ende der 95. Frankreich-Rundfahrt mit verfeinerten Analysemethoden erneut untersucht worden. Dabei wurden Stefan Schumacher vom Team Gerolsteiner und der Italiener Leonardo Piepoli zweimal positiv auf Cera-Doping getestet. Schumacher hat Doping stets bestritten. (dpa/nz)