Tischtennis-Europameisterschaft:
Boll & Co. im Finale
07. Okt 2008 14:35
 |  Will den Titel: Timo Boll | Foto: dpa |
|
Trotz der ersten Niederlage des deutschen Vorzeigespielers Timo Boll steht das DTTB-Team im EM-Finale. Der Gegner dort ist Weißrussland und die Deutschen sinnen auf Revanche.
Die erste Turnierniederlage von Timo Boll hat Deutschlands Tischtennis-Herren nicht aus der Spur gebracht. Dank einer geschlossenen Teamleistung steht der Titelverteidiger bei der Europameisterschaft in St. Petersburg erneut im Endspiel. «Das ist keine Selbstverständlichkeit», sagte Boll nach dem 3:2 in einem mehr als dreistündigen Halbfinalekrimi gegen Österreich.
Gegen Weißrussland kommt es an nun diesem Dienstag (17.00 Uhr) zu einer Neuauflage des EM-Finals von 2003. Vor fünf Jahren siegten die Weißrussen mit ihrem Star Wladimir Samsonow 3:1. Diesmal brennen Boll und Co. auf eine Revanche. «Wladi ist der stärkste Spieler Europas. Wenn wir ihn schlagen, ist das die halbe Miete», sagte Boll über den Weltranglistenfünften.
Schlager schlägt die Deutschen
«Auch Timo darf mal verlieren. Wir haben fünf gute Spieler. Großer Respekt vor der Teamleistung», sagte Herren-Bundestrainer Richard Prause nach der spannenden Partie. Der Weltranglistensiebte Boll verlor das Prestigeduell gegen Ex-Weltmeister Werner Schlager relativ glatt mit 1:3-Sätzen. Auch Bastian Steger (Frickenhausen) hatte gegen Schlager das Nachsehen. «Er ist ein Fuchs», sagte Steger über die Nummer eins der Alpenrepublik.
Im Endeffekt setzte sich die größere Ausgeglichenheit beim Olympiazweiten durch. Neben Boll, der glatt gegen Robert Gardos gewann, machten Dimitri Ovtcharov (Düsseldorf) und Bastian Steger (Frickenhausen) mit jeweils einem Sieg die viel umjubelt siebte Endspielteilnahme der DTTB-Herren perfekt. Beim Stand von 2:2 behielt Olympia-Ersatzmann Steger die Nerven und gewann das letzte Einzel knapp mit 11:9 im letzten Satz gegen Gardos.
«Timo war einfach fantastisch»
Auch zuvor beim 3:1 im Viertelfinale gegen Gastgeber Russland hing das Weiterkommen am seidenen Faden. Der fünffache Europameister Boll präsentierte sich aber formverbessert und gewann in einer Klasse-Partie mit 3:2 gegen den russischen Spitzenspieler Alexei Smirnow. «Timo war einfach fantastisch», sagte der russische Coach Sergej Wlasow. Während Boll jetzt eine 6:1-Bilanz aufweist, ist sein großer Endspielrivale Samsonow, der sein Team zu einem klaren 3:0-Sieg über Belgien führte, in der Stadt an der Newa noch unbesiegt.
Vor dem Endspiel der Herren - Deutschland konnte erst im Vorjahr nach fünf Niederlagen den Finalfluch beenden - kämpfen Ungarn und die Niederlande um Gold in der Frauen-Konkurrenz. Die Damen des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) verhinderten in der Platzierungsrunde mit Siegen gegen Belgien (3:0) und Frankreich (3:1) den Abstieg aus der A-Kategorie. Im Spiel um Platz neun ist Polen der letzte Gegner für das Team um Jiaduo Wu (Kroppach).
Nach dem Team kommt das Einzel
Bei der Auslosung für das Einzelturnier zogen der an Nummer zwei gesetzte Timo Boll und alle anderen DTTB-Teilnehmer Freilose für die erste Runde. Bei einem planmäßigen Verlauf könnte Boll im Halbfinale erneut auf Schlager treffen. Als sechster deutscher Herren-Spieler kann der kurzfristig nachnominierte Zoltan Fejer-Konnerth (Grenzau) von Mittwoch an in das EM-Geschehen eingreifen. (dpa)